Super Team

 

So 5 I 2014 Baarburg 11:00

Es regnet seit gestern Abend. Beim Aufstieg lässt der Regen dann aber nach & hört ganz auf, so dass ich die Kapuze mit der Wollkappe ersetzen kann.

Auf der Felskanzel in der Steilwand liegt ein Fuchs, zusammengerollt, zu mir blickend, wie ich oben am Rand des Plateaus stehe, halb verborgen von einem Baumstamm. Ich mache einige Fotos & wie ich die Kamera einpacke, steht der Fuchs auf & verschwindet lautlos den Steilhang hinunter.

Wie ich zum Unterstand komme, stülpt sich eine grauweisse Wolke über den Plateaurand.

1   2118

Im Unterstand Reste eines festlichen Zusammenkommens, vielleicht an Silvester. - An der Wand ist eine Rolle WC-Papiers über einen Nagel gestülpt, an einem anderen Nagel hängt ein grosser Coop-City-Plastiksack mit Abfällen. Darunter am Boden ein brauner Migros-Plastik-Harass voll von Bier- und einer Weinflasche. Eine neu mit Steinen umgrenzte Feuerstelle knapp unter dem Dach, eine andere zwischen zwei grossen Wurzeln einer Buche, die zum Teil stark angebrannt sind.

 

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Mi  15 I 2014   Baarburg   10:30

Sonne, über dem Zugersee liegt noch Nebel. Es hat gestern geregnet & in der Nacht auf der Baarburg auch etwas geschneit. In Lichtungen zeichnet der Schnee, durchlöchert von Wassertropfen, schöne Muster auf die grünen Brombeerblätter & Grasbüschel.

Beim Fuchsbau an der Nordwestkante, der seit einigen Jahren nicht mehr bewohnt ist, sind zwei der drei Ausgänge freigescharrt. Da ja jedoch frische Spuren fehlen, geht auch jetzt kein Tier regelmässig ein & aus.

Wie ich gegen den Unterstand komme, drückt der Nebel über das Plateau. Kurz setzt sich nochmals die Sonne durch & dann ist & bleibt es neblig. Warm & kalt, hell & dunkler.

2   2119

 

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So  9 I 2014   Baarburg  mit Irena   12:00

Auf der Baarburg ist dichter Nebel & es weht ein kühler Westwind.

Der Nebel kondensiert in den Baumkronen & fällt in schweren Tropfen auf den Blätterboden.

Die Buchenäste zeichnen feine Strukturen Schicht um Schicht ins helle Grau des Himmels.
Die Wurzeln der Bäume -- bemooste Füsse -- leuchten in hellem Gelbgrün. (Irena)

3    2120

Der Nebel hebt einzelne Bäume heraus, die sonst inmitten der anderen Bäume kaum sichtbar sind.

 
 
 
 
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Di  28 I 2014   Baarburg   9:45

Wie ich zum Wald komme, höre ich zwei Schwarzspechte rufen.

Es ist sonnig; die oberste Schicht des Waldbodens ist nach der Frostnacht leicht gefroren.

In der Nähe des Unterstands scheuche ich zwei Rehe auf. Sie verschwinden mit grossen Sprüngen im kleinen Fichtenwäldchen nahe dem Zentrum des Plateaus.

4    2121

Der Balken, der zwischen dem Unterstand & der nahen Buche festgebunden war, lehnt nun am Unterstand.

Das Baarburgplateau liegt knapp über der Schneegrenze. An offenen Stellen hat es etwas nassen Schnee.



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Mo  3 II 2014   Baarburg   11:30

Es ist kühl mit Hochnebel. Auf der Baarburg einige nasse Schneereste.

Schon einige 100 Meter vor dem Unterstand höre ich Kinderstimmen. Zwei junge Erwachsene & acht Kinder & Jugendliche sind mit einem Lagerfeuer beschäftigt. Wie ich vorbeigehe, wird von Suppe gesprochen.

Ich verzichte auf meine üblichen Rituale beim Unterstand. Der Bleistiftstrich, der Zug aus der Pfeife, das Werfen eines Fünfrappenstücks ins Rappenloch.

5    2122

Es beginnt, leicht zu regnen.

Zweimal begleitet mich ein Stück weit ein Meisenschwarm. Die kleinen Vögel huschen von Ast zu Ast, sich mit kurzem Zwitschern gegenseitig ortend.

Auf dem Pfad im Plateauinneren Hirschlosung.

 

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So  9 II 2014  Baarburg mit Irena   11:15

Es ist wechselnd bewölkt & es weht ein kalter Westwind. Der Wald ist nass vom Regen gestern & in der Nacht. Manchmal tosende Windböen, dann wieder ist es still.

6    2123


Flugzeug-Motorenlärm mischt sich als Basston in die helleren Streicherbögen des Windes in den hohen Tannen. Dazwischen das Rascheln des verwelkten Buchenlaubs unter Guidos Füssen. (Irena)

Der Himmel verdüstert sich & ein kurzer Graupelschauer prasselt nieder.

Am gegenüber der Baarburg liegenden Hang des Zugerbergs verläuft die Schneefallgrenze sehr markant. Gemäss Karte auf 700 Meter Höhe.  17 Meter höher als der höchste Punkt des Baarburgplateaus, das absolut schneefrei ist.

 

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So  16  II 2014   Baarburg   12:00

Der Wald ist nass vom Regen der letzten Nacht.

Vor einigen Monaten hat jemand am Pfad über der Nordkante eine kleine Nagelfluhplatte aufgestellt & in eine kleine Steinreihe eingebunden. Später hat dann jemand im Innern der Umgrenzung ein Feuer gemacht und den Steinkreis mit einigen Holzstämmen weiter umgrenzt. Neu ist nun die Holzkohle im Steinrund fein säuberlich ausserhalb des Kreises deponiert & durch ein helles Holzstück ersetzt.

Ein rätselhaftes Ritual findet hier statt. Aber vielleicht ist auch nur eine Feuerstelle, die über Monate hinweg benutzt & verändert wurde.

7    2124

Eine meiner Strukturen ist stark beschädigt. Vermutlich von einem dort wühlenden Tier.

Beim Unterstand liegt  etwas Alu-, Plastik- & Papierabfall.

 

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 Do  20 II 2014   Baarburg   10:45

Sonniges Vorfrühlingswetter. Im Wald bereits viel Vogelgesang.

Vor Jahren habe ich begonnen, 83er-Kleinmünzen, 10 oder 20 Rappenstücke, in ein senkrechtes, etwa 60 cm tiefes, zufällig entdecktes Loch zu werfen, 83er deshalb, weil das für mich ein entscheidendes Jahr ist. Ich habe meine Frau Irena kennengelernt. Über die Jahr ist dort also im Waldboden ein metallischer Zylinder von vielleicht 30 bis 40 Zentimeter Höhe entstanden, eine Art unsichtbare Skulptur zu Ehren des Jahrs 1983.
Heute wechsle ich zu einem neuen Standort für eine weitere solche 83er-Skulptur. Die verrottete Pfahlwurzel eines vor langer Zeit gefällten Baums. Ein Loch von etwa 50 cm Tiefe. Ich werfe das erste 83er-Zwanzigrappenstück hinein.

Vielleicht findet ein Schatzsucher mit Metalldetektor die Münzen. Wenn das in einigen Jahren geschieht, ist er enttäuscht. In 100 Jahren wäre er bereits entzückt.

8     2125

Auf der Schattenseite des Bergs war ich noch froh um meine Wollkappe. Jetzt habe ich die gefütterte Jacke abgelegt & am besonnten Windschatten vor dem Unterstand ist selbst der Wollpullover noch zu warm.
Vorfrühling. Eine grün schillernde Fliege inspiziert zuerst meine Hand, dann die abgelegte Lesebrille, die farbige Cerinischachtel, den braunen Lederrucksack. Auf dem Rückweg am Waldstrassenrand auf der Sonnenseite die ersten Schlüsselblumen des Jahres.

Die Oberfläche des Sandbergrests für den Abschluss der Deponiesanierung ist vom Regen der letzten Vierzehntage malerisch erodiert. Seine Silhouette ist jener der Baarburg verblüffend ähnlich.

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 Di  25 II 2014  Baarburg mit Peter    10:45

Die Sonne scheint durch Schleierwolken, es ist Föhn, gegen Abend soll es regnen. Nach einer sternenklaren Nacht ist es aber noch recht kühl.

Peter Hauser ist vor einem Monat Witwer geworden. Seine verstorbene Frau Ingrid war die beste Freundin von meiner Frau Irena und mir; wir konnten mit ihr viele Höhepunkte in unserem Leben teilen. Wir sprechen über die Verstorbene, die Lücke, die sie hinterlassen hat & wie das unser Leben verändern wird, über den Tod im Allgemeinen & das Rätsel des Lebens & des Universums.

9    2126

Wie wir den ersten Huflattich des Jahres entdecken, wenden wir uns schliesslich der Baarburg zu. Auch der Pestwurz spriesst. Frühlingsboten.

 

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Di  11 III 2014   Baarburg   10:30

Die Sonne drückt durch einen Wolkenschleier. Es weht eine kühle Bise.

10   2127

Vor dem Unterstand im Windschatten ist es frühlingshaft warm. Im Wald vielfältiger Vogelgesang. Zumindest vier verschiedene Melodien kann ich auseinander halten. Von Zug herauf Glockengeläute. 12 Uhr. Ein Milan ruft & ich sehe ihn unten am Bergsockel seine Kreise ziehen.

Zum ersten Mal fällt mir auf, dass am Südhang der Baarburg beinahe alle Bäume mit Efeu überwachsen sind.

 

 

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So  16 III 2014   Baarburg   11:45

Kaum bin ich aus dem Auto gestiegen, setzt sich die Sonne durch & es wird ein warmer Frühlingstag.
Zwischendurch ziehen Wolken auf & es wird merklich kühler.

Auf dem Plateau verteilt hat es nur einzelne efeubewachsene Bäume, dann aber einen markanten Streifen von überwachsenen Stämmen, der sich von der Südflanke über die Plateaumitte zieht. Die Konzentration von überwachsenen Bäumen könnte mit dem stärkeren Lichteinfall auf dieser Seite des Bergs zusammenhängen. Genau in dieselbe Richtung hat der Sturm Lothar vor 15 Jahren eine Schneise gerissen.

11   2128

Gemäss Fachliteratur ist viel Efeu kein Indikator für einen geschwächten Wald. Für mich sehen jedoch die zottelig überwachsenen grünen Stämme, die sich von den immer noch winterlich kahlen Baumkronen wuchtig abheben, irgendwie kränklich & unharmonisch aus.
„Bei ausreichender Wasser- und Nährstoffversorgung wird das Efeuvorkommen überwiegend durch Lichteinfluss reguliert. Die älteren Efeulianen machten den Bäumen im Kronenraum keine Konkurrenz um Licht. Die Rankpflanze spielt in diesen Wäldern eine wichtige Rolle als Versteckmöglichkeit und Nahrungslieferant für die Tierwelt. Der Schutz und die Erhaltung von alten Efeubeständen ist daher ein Anliegen des Waldnaturschutzes.“
(Frank Hohlfeld, Efeulianen in den Rheinauen - Gefahr oder Naturschutzziel?, Waldwissen.net, 2012)

Der Bärlauch spriesst & ich pflücke einige der feuchtkühlen, herrlich duftenden Blätter.

 

 

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Mi  19 III 2014   Baarburg    11:15

Es ist wechselnd bewölkt & es weht ein kühler Westwind.

Wie ich zum Unterstand komme, hat sich die Sonne durchgesetzt & im Windschatten ist es frühlingshaft warm.

12   2129

Es hat mehr als eine Woche nicht mehr geregnet. Das Laub raschelt unter den Füssen. Ganz nahe klopft ein Specht an einen Baum.

Ich arbeite heute intensiv an zwei meiner Strukturen. Es ist eine Art Zeichnen & Malen mit Materialien aus der jeweiligen Umgebung. Bei der einen Struktur beschränken sich die Ergänzungen auf kleine Ästchen & Zweige. Das Iglu ergänze ich auch mit Material vom gesamten Plateau. Heute etwa mit Föhrenzapfen von zwei Bäumen über der hohen Nordkante. Und mit Moos. Im Moment scharrt auf dem ganzen Plateau ein Tier Moos von Steinen, Stammsockeln & Baumstümpfen, wohl auf Nahrungssuche. Zum Iglu bringe ich auch immer wieder Steine von anderen Bergen & Orten.


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Mi  26 III 2014  Baarburg mit Maria Greco   10:00

Maria Greco schreibt für das jährlich erscheinende Baarer Heimatbuch einen Text über die Baarburg als Kraftort und mythischen Hausberg der Stadt Baar. Wir haben uns verabredet für eine gemeinsame Begehung des Bergs, wobei ich ihr von meiner Beziehung zu diesem besonderen Ort erzähle & sie zu einigen speziellen Orten führe.

Maria Greco wohnt in Baar, arbeitet als Geschichtenerzählerin, führt Sagenspaziergänge durch & hat ein Buch mit Zuger Sagen in Mundart veröffentlicht. Drei davon sind mit der Baarburg verknüpft.  Sie kennt den Ort seit ihrer Kindheit & ist schon oft hier oben gewesen. Von ihr erfahre ich, dass jährlich vor Pfingsten die Baarer Pfadfinder und 
-finderinnen hier oben übernachten & ihre Pfaditaufe und den „Übertritt“ abhalten. (Fast jedes Jahr beobachte ich jeweils an einem Sonntagmorgen, wie die Jugendlichen ihr Lager zusammenpacken & den Platz aufräumen. Ich bin jedes Mal etwas besorgt um meine Strukturen - das Iglu ist nur etwa 200 Meter vom Lagerplatz entfernt. Letzten Frühling blieb es aber unbeschadet.)
Sie erzählt auch, dass jeweils am letzten Sonntag der Verkehrsverein Baar zum Jahresausklang eine Wanderung auf die Baarburg durchführt, woran immer einige Dutzend Leute teilnehmen. Auch von diesem Anlass habe ich immer wieder Spuren gefunden - Kerzen, Reste von Lagerfeuern etc.

13   2130


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So  30 III 2014   Baarburg mit Irena    12:30

Sommerzeit. Es ist beinahe schon sommerlich warm.

Vor etwa 20 Jahren hat eine esoterische Gruppe unter der Nordwestkante über einer Felswand eine kleine Höhle in den Nagelfluhfels gepickelt. Gemäss einem Manifest, das dort deponiert war, wollte die Gruppe damit negative Energien von der Baarburg wegleiten. In dieser Höhle liegt nun eine Kiste aus durchsichtigem Plastik. Sie enthält eine Stoffpuppe, einige Plastikfiguren, zwei Stifte & zwei Logbücher. Der neuste Eintrag ist vom 16. März 2014 & lautet

Endlich gefunden   5*Deluxe

Gemäss grosser Aufschrift auf dem Deckel handelt es sich um einen offiziellen Geocache-Behälter.

14   2131

Veilchen und Sauerklee blühen auf dem besonnten Waldboden. (Irena)

Wie ich den Selbstauslöser drücke, tritt ein junger Vater mit seinem kleinen Sohn auf einem orangen Kindervelo ins Bild. Sie machen sich sogleich auf die Suche nach Feuerholz. Etwas später kommt dann auch noch die blonde Mutter mit zwei weiteren Kindern hinzu.


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So  6 IV 2014   Baarburg   11:45

Nur an offenen Stellen ist der Waldboden leicht feucht vom Regen letzte Nacht. Tiefe Nebelwolken hängen in der Landschaft.

Maria Greco hat mir in einem Mail geschrieben:
meine Tochter hat mir gestern mitgeteilt, dass die Pfadi Baar am nächsten Wochenende (Sa/So) den Übertritt auf der Baarburg durchführen wird.

Die Pfadis sind am Aufbrechen. Etwa 50 bis 60 Jugendliche in Uniform. Eben fahren zwei Autos mit dem zusammengepackten Nachtlager weg. Die Jugendlichen stehen zusammen , singen Schlachtrufe, lassen zwei verschiedene Sprechchöre gegeneinander antreten, schultern dann ihre vollbepackten Rucksäcke & verlassen das Plateau auf der Waldstrasse.

 

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Im Unterholz öffnen sich eben die Knospen der jungen Bäume. Holunder, Linde, bereits auch einige Buchen. Einige der noch weichen Buchenblätter sind bereits angefressen, durchlöchert.


15   2132

Beim Unterstand sind einige junge Buchen mit einem Messer ungeschickt weggeschnitten & -gerissen. Auf einen Balken ist neu


S + F

eingeritzt.  Im Innern & darum herum liegt weisses Toilettenpapier. Eine Preisetikette Peperoni rot, 0,218 kg, Fr. 1.20, 14.03.2014, Coop Oberägeri.

Ein Budgetschokoladengetreidestengel-Umhüllungsrest gleisst im Sonnenlicht. (Irena)

Entgegen meinen Befürchtungen sind alle meine Strukturen unbeschädigt. Selbst das recht auffällige Iglu, das nur etwa 200 Meter vom Pfadilagerplatz entfernt ist.
Dieser ist sauber aufgeräumt. Bis auf einige neue Trampelpfade sieht man kaum Spuren von den vielen Menschen, die sich gut 24 Stunden hier aufgehalten haben.

 

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So  13 IV 2014   Baarburg   12:15

Es ist wechselnd bewölkt & es weht ein kräftiger Westwind. Sobald die Sonne scheint, lässt der Wind nach & es wird warm. Verschwindet sie hinter einer Wolke, frischt der Wind auf es wird sogleich wieder merklich kühl.

In der Höhle ist der Geocache-Behälter unter Blättern verborgen. Seit dem letzten Umgang sind zwei Besuche festgehalten, der zweite heute Morgen.

Das helle Blattgrün nimmt nun auch im Waldesinneren schnell zu & bringt es zum Leuchten. Ab & zu ein blühender Kirschbaum.

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Karfreitag 18 IV 2014   Baarburg mit Irena  11:15

Es weht eine kühle Bise. Bewölkt; bald beginnt es zu regnen.

Die Schösslinge am Fuss der Meditationslinde haben eben ihre Blätter geöffnet, strahlend helles Lindengrün.

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Zwischen Pfeifen und Piepsen ertönt ab und an ein eigenwilliges Trillern. (Irena)


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Do  1 V 2014   Baarburg   11:00

Währenddem wir im Burgund in den Ferien waren, war es hier kühl & nass. Der Waldboden ist dunkelfeucht. Darüber ein strahlendes Meer von Hellgrün in verschiedenen Schattierungen. Das Buchengrün hat einen leichten Stich ins Blau, die Eiche eher ins Gelb. & Tag für Tag wird nun das Grün dunkler.
Bei den Tannenzweigen heben sich die neuen Spitzen hell von den dunklen Zweigen ab.
Intensiver Walderdgeruch.
Im Geocache-Behälter sind vier neue Besucher eingetragen. Alle am letzten Samstag.  Drei Stempel nebeneinander, Wizzard, Gourmi & Phantom 13. Darunter handschriftlich Phantom Junior.

18   2135

Die Eschen beginnen eben erst, ihre Blätter zu öffnen. Ab & zu scheint die Sonne durch eine Wolkenlücke.
Ich lege Steine auf das Iglu vom Garten des Château d‘Igé, wo wir übernachtet haben, & von Solutré, wo man wichtige Spuren einer Kultur aus der letzten Eiszeit gefunden hat.

Das Solutréen ist eine archäologische Kultur des Jungpaläolithikums, die während des letzten Kältemaximums der Weichseleiszeit von etwa 22.000 bis 18.000 v. Chr. in Westeuropa verbreitet war. - Der namengebende Fundort liegt bei Solutré-Pouilly, nahe Mâcon im Département Saône-et-Loire (Burgund, Frankreich). Der Fundplatz liegt unterhalb eines markanten Felsens, der aus einem tektonisch schräg gestellten fossilen Korallenriff besteht und weithin als Geländepunkt sichtbar ist. - Klimatisch fällt das Solutréen noch in den kältesten Abschnitt (Würm III) der Würm-Eiszeit. Das Untere und das Obere Solutréen waren sehr kalt und trocken. - Typisch für das Solutréen sind Gegenstände, die durch Abschlagen dünner Lamellen aus Feuerstein hergestellt wurden. Charakteristisch sind die mittels einer neuartigen Drucktechnik flächenretuschierten Blatt- und Kerbspitzen. Die bis zu 40 cm großen, hauchdünnen (fünf bis sechs Millimeter dicken) Spitzen zählen zu den eindrucksvollsten Steingeräten des gesamten europäischen Paläolithikums.
(Wikipedia)

Der Bärlauch & die Walderdbeeren blühen.

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Sa  10 V 2014   Baarburg  10:15

Es ist sonnig & warm, der Waldboden noch feucht vom Regen der letzten Tage.

In der Felshöhle ist der Geocache-Behälter erneut besucht worden. Am letzten Sonntag, einem sehr regnerischen Tag.

RotHluchs & cougars 51, nach beschwerlichem Aufstieg geloggt am 4.5.2014

Jemand hat die tibetischen Gebetsfähnchen über der Nordkante, die nun schon einige Jahre dort aufgespannt waren, weggeschnitten & entfernt.

Im Wald ein vielstimmiger Chor von Vogelstimmen, von denen sich ab & zu eine einzelne heraushebt.

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Eine Gruppe von vier Velofahrern fährt plaudernd auf der Waldstrasse vorbei, ohne mich zu beachten. Sie haben einen steilen Aufstieg von 220 Metern hinter sich.

Der Waldmeister blüht.

 

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Do  15 V 2014   Baarburg   10:30

Es regnet noch ab & zu, dazu tropft der Regen der letzten Nacht von den Baumkronen. Da mein Pfad streckenweise durch dicht belaubtes Unterholz führt, bin ich bald bis auf die Haut nass.

Das Prasseln des Regens übertönt das Geräusch meiner Schritte & plötzlich krächzt nur wenige Meter entfernt ein Kolkrabe, der auf dem Waldboden sitzt. Eher zögernd fliegt er auf & kreist krächzend über den Baumkronen, wo sich etwas später ein zweiter Rabe zu ihm gesellt. In engen Kreisen fliegen sie hintereinander & entfernen sich. - Ich habe erst sehr selten Kolkraben gesehen & bis jetzt noch nie auf der Baarburg.

Etwas später schreckt nur etwa drei Meter entfernt ein Buntspecht auf & fliegt zu einem nahen Baumstamm, von wo aus er mich mustert.

Der Südwestkante des Plateaus entlang haben die Stürme der letzten Tage einige grosse belaubte Äste & viele Zweige heruntergerissen.

20   2137

Kurz drückt die Sonne durch die Wolken, aber dann beginnt es nochmals heftig zu regnen. Ich suche zuerst Schutz unter einer grossen Fichte & haste dann zurück zum Unterstand, wo ich warte, bis der Regen wieder nachlässt.

 

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Mi  21 V 2014   Baarburg  10:30

Ein heisser schöner Föhntag.

In der Geocache-Schachtel haben sich vier neue Finder eingetragen.

21   2138

Zwei Raben über den Baumkronen. Sie ziehen hintereinander fliegend enge Kreise & krächzen ständig hin & her, nie gleichzeitig - wie ein Gespräch. Einander nie ins Wort fallend. Vielleicht nisten sie hier.

 

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So  25 V 2014  Baarburg   13:00

Es ist sommerlich schwül; wie ich das Plateau erreiche, bin ich schweissgebadet.

Am Waldeingang habe ich wieder mal den Schatzsucher Felice getroffen. Ohne Suchgerät diesmal, aber mit einem Kampfhund an der Leine. Für eine Bekannte in Obhut. Ein verspieltes, sanftes Tier. Er hat mit seinen Geräten den vermutlichen Standort eines Schatzes entdeckt. Gold soll es sein, in etwa 1,5 Meter Tiefe. Aber die Kantonsarchäologie will zu seinem Leidwesen dort nicht graben. Und unter meinem Iglu soll ein anderer Schatz sein. Nur schade, dass er ihn nicht schleifen darf, um noch genauer zu messen.

Wie letztes Jahr sehe ich vor der Felswand im Norden einen Wanderfalken hin- & herfliegen & laut rufen. Anscheinend nisten sie hier wieder.

Weiter vorne beginnen die Raben wieder zu krähen, sobald ich mich nähere. Auch sie scheinen hier zu nisten,

Die Baarburg wird zunehmend von neuen & hier seltenen Tieren erobert. Wanderfalken, Kolkraben, vor einigen Jahren Gemsen. Im letzten Winter Hirschspuren.

22   2139

Beim Unterstand liegen Reste eines grossen Lagerfeuers herum. Benutzte & unbenutzte Alugrillschalen, Papier & Plastik, angeschmorte Petflaschen, ein nur leicht angebratener Cervelat. Rundherum viel zum Teil angekohltes Feuerholz. Trockene Äste & Zweige.

Die Sonne zaubert eine abstrakte Schattenzeichnung eines Zweigs auf den Stamm meiner Meditationslinde.

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Sa  31 V 2014   Baarburg   10:30

Es ist kühl mit hellgrauem Wolkenschleier. Manchmal drückt  etwas die Sonne durch.

In der Geocache-Schachtel haben sich wieder zwei neue Finder eingetragen.

Ich höre einen Vogel laut & nah singen & sehe ihn dann auf einem tiefen Ast sitzen. Ein Buchfink.

23   2140

An den vier Orten, wo wir in den letzten 27 Jahren je einmal Morcheln gefunden haben, hat es auch dieses Jahr wieder nichts. Obwohl der nasse Mai eigentlich ideal gewesen wäre für Pilze.

Dort wo sich nach den Waldarbeiten die Reifenspuren tief in den nassen Boden gegraben haben, ist jetzt die Erde geglättet worden. In drei Etappen sind aus einem Hohlweg & drei Holzrückschneisen drei veritable unbefestigte Waldstrassen geworden.

Am südlichen Sockel, wo im Juni letztes Jahr der Hang rutschte, hat man dort, wo die rutschende Erde die Waldstrasse nicht erreichte, jetzt zwei grosse Entwässerungsgräben in den Waldboden gefräst.


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Do  5 VI 2014   Baarburg   10:30

Die Sonne scheint, es ist wechselnd bewölkt, der Waldboden ist noch nass vom nächtlichen Regen.

Ein Wanderfalke fliegt rufend vor der Nordwand hin & her.
Die Raben sind weg.

24   2141

Um den Unterstand ist alles wieder sauber aufgeräumt. Nur noch einige unbenutzte Alugrillschalen & einige gespitzte Wurststecken liegen bereit.

Auf der Baarburg beginnt der Holunder zu blühen.
Der Waldstrassenrand ist von einem Mosaik verschiedenster grüner Pflanzen bewachsen.


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Pfingsten   8 VI 2014   Baarburg   mit Irena   11:30

Es ist sommerlich heiss. Immer wieder intensiv herber Holunderblütenduft. Irena sammelt einige Blüten, um Holunderblütensirup zu machen.

Im Geocache-Behälter hat sich gestern ein weiterer Finder eingetragen. Insgesamt sind nun dieses Jahr 22 Finder & Finderinnen in der Höhle über der Nordwand gewesen, allein im Mai deren neun.

25   2142

Im schattigen Wald ist es jetzt am bekömmlichsten. (Irena)

Irena zeichnet ein (schmeichelhaftes) Porträt von mir.

Vielfältiger Vogelgesang. Ab & zu ein kleines Flugzeug. (Der Flugplatz Hausen am Albis ist nur 4,5 km entfernt.)

Die verbliebenen Aluschalen sind zum Teil zerfetzt, zerknauscht & im Umkreis verstreut. Den Spuren nach von einem Fuchs.



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So  15 VI 2014   Baarburg   11:30

Dank einer kräftigen Bise ist es trotz Sonne recht kühl.

Hin & wieder intensiver Lindenblütenduft.

Bei einer der Bänke beim Unterstand hält ein Velofahrer an einem Wurststecken einen Cervelat über ein kleines Lagerfeuer.

26   2143

Wir kommen ins Gespräch & ich höre, dass er das Wildmannliloch sucht, wo er „vor 60 Jahren“ als Jugendlicher einige Male gewesen sei. Weil der schmale Pfad vom Plateau hinunter zur Höhle gefährlich steil ist, erkläre ich ihm den Weg vom Sockel aus.

Auf dem Rückweg dem Sockel entlang fliegt nur etwa 5 Meter entfernt ein grosser Bussard aus dem Unterholz auf, quert knapp vor mir die Waldstrasse & verschwindet zwischen den Bäumen.

Über der sanierten Abfalldeponie hat man einen Hügel aufgeschüttet & neben dem kleinen Gebäude, wo die im Abfall entstehenden Gase abgefackelt werden, mit drei verschieden grossen Tümpeln versehen. In den oberen beiden steht bis jetzt immer Wasser, der unterste kleine trocknet schnell ein. Letzte Woche hatte es im nassen Lehm die Spuren von zwei Vögeln & einem Hund oder Fuchs. Jetzt bilden die Risse im trockenen Boden ein unregelmässiges Wabenmuster.

 

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Mi  25 VI 2014   Baarburg  10:30

Die Luft ist noch sehr feucht, es ist nebelartig bewölkt. Wie ich den Wald erreiche, regnet es kurz.

Nach den heftigen Regenfällen der letzten Tage ist der Lindenblütenduft nur noch knapp wahrnehmbar.

27   2144

Wie ich die erste der drei Buchen dreimal umrunde, beginnt die Sonne zu scheinen.

Auf das Iglu kommen Steine vom Strand & vom grossen Hotelgarten in Colmegna am Lago Maggiore

Entlang der steilen Zufahrtsstrasse liegen einge geschälte Fichtenstämme, daneben die Rinde fein säuberlich aufgehäuft.

Beim Waldeingang liegt ein durchnässter toter Maulwurf.

 

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Di  1 VII 2014   Baarburg   10:30

Ein schöner Sommertag mit leichter Bise; noch etwas kühl, der Waldboden ist dunkelfeucht von den heftigen Gewittern der letzten Tage.

Bei der Deponie wird nun der letzte Sandhaufen abgetragen & an der Oberfläche des neu entstandenen flachen Hügels verteilt.

Manchmal intensiver Erdgeruch & dann wieder Lindenblüten. Baden im Wohlgeruch.

In der Höhle ist in der Geocache-Schachtel kein Besuch mehr seit dem Pfingstsamstag eingetragen.

407 Marmotte + D‘Bucher v. Dorf

28   2145

Der Regen hat die Luft gewaschen & die Farben der Landschaft um die Baarburg leuchten. Im Hintergrund sieht man hinter Wolkenschleiern sogar mächtig Eiger, Mönch & Jungfrau.

Ein Eichelhäher landet auf einer der beiden Sitzbänke etwa 10 Meter entfernt, bemerkt mich & fliegt sogleich laut zeternd weg.

Ein kleiner brauner Frosch flüchtet vor meinen Schritten ins Grün des Waldbodens, er ist so gut getarnt, dass ich ihn nur wahrnehmen kann, wenn er sich beweget.

Ein Milan ruft, kreist im Rappenloch & setzt sich dann in eine Baumkrone.

 

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Mo  7 VII 2014  mit Irena   11:15

Der Wald ist noch tropfnass vom Regen der letzten Nacht. Da der Pfad dem Plateaurand entlang teils durch mannshohe Buchenwäldchen & hüfthohes Brombeergebüsch führt, sind meine Hosenbeine bald klatschnass.

29    2146

Grün in allen Schattierungen, unzählige Blattformen, zusammen mit der Feuchtigkeit ist es wie im Dschungel.  (Irena)

Vor dem Unterstand sitzend höre ich Flügelschlag knapp über meinem Kopf & sehe dann einen Schwarzspecht an einem nahen Baumstamm kurz halt machen. Ich bin jedes Mal wieder überrascht, wie gross dieser Vogel ist.

Die weissen & violetten Blüten am Waldstrassenrand ziehen Bienen, Wespen & Käfer an.

 

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Mo  14 VII 2014   Baarburg   10:15

Der Wald ist noch etwas nass vom Regen der letzten Nacht. Die Sonne drückt durch die Wolken.

Ich beobachte auf der Baarburg gern Spuren von Besuchern, aber auch meine eigenen. Mit meinen Pfaden präge ich mich dem Ort ganz sachte ein. An einigen ausgesuchten Orten beobachte ich, wie sich regelmässiges Begehen auswirkt. Drei verschieden grosse Buchen, denen gemeinsam ist, dass die unteren Äste markant nach unten wachsen, umrunde ich bei jedem Besuch dreimal; bei jedem hat sich eine unterschiedliche kleine Lichtung gebildet. Dort, wo ich regelmässig eine kleine Spirale gehe, hat sich ein kleiner planierter Bereich ergeben. Ein Viereck, das ich seit Jahren gehe, ist im letzten Dutzend Jahre von nun gut über mannshohen Buchen überwachsen worden, die jetzt bis auf drei besonders gerade wachsende umgemäht worden sind.

Auf dem dunklen Hut einer grossen Stinkmorchel wimmelt es von grün glänzenden Fliegen.

Ich rutsche auf einem nassen Stück Holz aus & stürze auf den Waldboden, kann mich aber gut wieder aufrappeln.

Nur wenige Meter von mir entfernt schreckt ein grosser Rehbock auf & verschwindet mit grossen Sprüngen im Unterholz.

30   2147

Der feuchtwarme Wald ist ideal für Pilze. Ich sehe einen schlanken Schönfussröhrling.

 

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Do  24 VII 2014   Baarburg mit Irena    11:00

Im Wald ist es warm & feucht. Die Sonne drückt durch einen Wolkenschleier.

Wieder viele Pilze. Irena findet einige grosse Steinpilze - bis auf zwei kleinere sind aber alle angefault & voller Maden. An einem anderen Ort hat jemand kürzlich einige abgeschnitten, man sieht deutlich die weissen Schnittflächen.

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Erd- und Plizgerüche, gelegentlich gewürzt vom Duft der Brennesseln, Holunderblätter und anderem nicht näher bekanntem Grünzugs; Flugzeugmotorengeräusch. (Irena)

Zwei Wanderfalken kreisen laut rufend über einer Waldlichtung.

Die Deponie ist nun beinahe fertig saniert. Lastwagen bringen noch etwas Humus, der auf dem Boden nahe dem mit grossen Steinblöcken eingegrenzten Parkplatz verteilt wird. Wo vorher eine flache Wiese lag mit freiem Blick an den Fuss des Josefgütschs (der Berg, der neben der Baarburg steht & etwa 40 Meter höher ist), steht nun ein breiter Hügel, der den Horizont weitgehend einnimmt. Er ist wohl deshalb geschaffen worden, damit das Regenwasser nicht mehr wie vorher direkt durch das Deponiegut sickert, sondern oberhalb weggeleitet wird & daneben im Boden versinkt.

 

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So  27 VII 2014   Baarburg  11:45

Der Wald ist nass vom Regen der letzten Tage. Manchmal fallen noch einige Tropfen. Da der Waldpfad zum Teil durch dichtes Unterholz führt, habe ich bald bis zu den Hüften nasskalte Hosenbeine.

Meine schlechte Laune verstärkt sich & ich empfinde den Ort heute als feindselig & abweisend.

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Im Unterstand klebt am Wellblechdach ein kleines Wespennest.

Ich lege zwei flache Steine vom Fronalpstock aufs Iglu.

Eine grosse Bussardfeder liegt auf dem Waldboden.

Beim Waldeingang & auf dem Parkplatz beim Baarburgsattel stehen einige grosse Baumaschinen. Die Zufahrtsstrasse soll geteert werden.

 

 

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Mo  4 VIII 2014   Baarburg   10:45

Es ist wechselnd bewölkt, sommerlich schwül.
Die Zufahrtsstrasse zum Wald ist verbreitert & frisch geteert.

Ich sehe einige flächige Bodenpilze, die aussehen wie eine ausgeleerte Masse oder ein Pulver. Schwefelgelb. Weissorange. Direkt am Pfad zwei riesige verfaulte Steinpilze. Die ersten Totentrompeten.

Zwei kopulierende orange Waldschnecken sind zu einem Kreis ineinander verschlungen.

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Der blecherne Fensterverschluss ist wieder angenagelt.

Ich pflücke & esse einige reife Waldbrombeeren.

 

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Do  7 VIII 2014   Baarburg   mit Irena   11:00

Es ist wechselnd bewölkt, schwül - der steile Aufstieg von 100 Meter bringt uns ins Schwitzen.

Geocache hat einen neuen Finder.

8. 14
Ahausen 73

Irena findet neben verfaulten Steinpilzen, einem kleinen Maronenröhrling,einigen Schönfussröhrlingen & Eierschwämmen auch die ersten Totentrompeten.
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Ich lege zwei Steine & ein Holzgerippe von der Baarburg auf das Iglu.

Irena füllt die mitgebrachte Schale mit reifen Waldbrombeeren, von denen es im Überfluss hat.

 

 

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So  10 VIII 2014   Baarburg   11:15

Die Sonne drückt mehr & mehr durch die Wolken. Der Wald ist noch nass vom nächtlichen Regen.

Das feuchtwarme Wetter lässt die Pilze gedeihen. Ich finde einen grossen schönen, leicht angefressenen Steinpilz (der sich zuhause voll von Maden erweist), unweit davon einen kleinen Maronenröhrling, der beinahe verdeckt wird von zwei grösseren abgefressenen.

Von Allenwinden her hört man Fetzen von Blasmusik. Sonntagmittagskonzert.

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Eine laute Stimme macht mich auf einen Mann aufmerksam, der mit blossem Oberkörper mit knielangen weissen Shorts auf der Waldstrasse geht, neben einer fülligen Frau im Minirock. Lichthungrige. Sie bemerken mich nicht, wie ich einige hundert Meter entfernt im Waldesinneren stehe, gut getarnt in meinem grünen Hemd & den braunen Hosen.

Die Gewitterstürme der letzten Woche haben viele grüne Eschenblätter heruntergerissen. Ob das mit der sich ausbreitenden Eschenwelke zusammenhängt?

Am Rand der besonnten Sturmlichtung blüht Johanniskraut.

 

 

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So  17 VIII 2014   Baarburg  mit Irena   10:30

Strahlend blauer Himmel, der Wald ist aber noch nass vom Regen der letzten Tage.

Der Präsident einesPilzvereins hat gestern in der Tagesschau gesagt, die Pilze seien dieses Jahr wegen den nasswarmen Sommer vier Wochen früher als sonst.

Irena sammelt in ihrem Pilzkorb zwei kleine Steinpilze & 1,375 kg Totentrompeten.

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Auch andere suchen heute Pilze. Zwei Frauen mit je einem Hund an der Leine unterhalten sich dabei so laut, dass sie das halbe Plateau beschallen.

 

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Di  19 VIII 2014   Baarburg   11:30

In den 28 Jahren, seitdem ich die Baarburg regelmässig begehe, ist es noch nie so anhaltend nass gewesen wie diesen Sommer. Wieder hat es nachts geregnet & wieder sind meine Hosenbeine nach dem Aufstieg klatschnass.
Dennoch bin ich eher selten verregnet worden in den letzten Wochen. Dank Wetterberichten & gelegentlichem Glück. Zudem hat es oft in der Nacht geregnet.

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Ich lege zwei Steine vom Lamperdinger Waldrand (am Rand der Stadt Luzern) & ein kleines Stück einer zerbrochenen Meerschaumpfeife zum Steinmosaik auf dem Iglu.

 

 

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So  31 VIII 2014   Baarburg  12:00

Es ist grau & kühl. Am Nachmittag soll es regnen. Die ersten Blätter färben sich gelb & braun.

Dort wo ich seit Jahren ein Viereck in den Waldboden trete & wo letzthin ein Grossteil der jungen Buchen weggeschnitten worden sind, um einigen besonders kräftigen Raum zu geben, habe ich den Pfad wieder freigelegt & mit den weggeschnittenen Bäumchen eine Art Hecke gebildet, die das Viereck nun auf drei Seiten umgrenzt.

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Die Wolken werden immer dunkler & drohender.

Am Boden glänzt ein schwarzer Mistkäfer.

Auf dem Rückweg beginnt es zu regnen, zuerst nur leicht & zögernd, dann vom Waldrand bis zum Auto kräftiger & kaum sitze ich im Auto, regnet es wie aus Kübeln. - Wieder einmal Glück gehabt!

Das satte Leuchten der grünen Landschaft südlich der Baarburg wird durch das Grau der neuen Zufahrtsstrasse & des Regenhimmels akzentuiert.

 

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Do  9 IX 2014   Baarburg   10:30

Es ist noch recht warm, aber ein herbstlicher Dunstschleier liegt über der Landschaft. Laut Wetterbericht könnte es heute jederzeit zu einem Regenguss kommen. Es sind bereits recht viele Blätter gefallen, vor allem grüne Eschenblätter.

Zwei Eichelhäher schimpfen laut & anhaltend & sie lassen sich auch durch mein Näherkommen nicht gross stören.

Intensiver Abgasgeruch von der nur etwa 1 km Luftlinie entfernten Autobahn.

Jemand hat auf einem Buchenstamm die Silhouette eines vogelähnlichen Wesens eingeschnitten.

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Mo  15 IX 2014   Baarburg  mit Thomas Murer    11:00

Thomas Murer ist ein Luzerner Soziologe, der an Kunst & Literatur interessiert ist & schon lange in Berlin lebt. Er führt mit seinem iPhone ein fotografisches Skizzenbuch. Ich habe ihn gebeten, für diesen Umgang einige seiner Bilder zusammenzustellen.
Er stellt seine Auswahl unter das Motto:

Alles Andere ist vergebens,nur das Erreichen der Winde ist wichtig",sagte der Segler.

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baarburg buche rinde
 
 
 

So  21 IX 2014  Baarburg mit Irena   11:45

Das Unterholz ist vom nächtlichen Regen noch tropfnass & so sind wir bald an den Armen & Beinen & auf dem Kopf bis auf die Haut durchnässt.

Irena sammelt einige Totentrompeten.

Mehr & mehr setzt sich die Sonne durch & bringt den Wald zum Leuchten.

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Fr  26 IX 2014   Baarburg   11:15

Nebel, der sich langsam auflöst in der Herbstsonne.

Wie ich das Notizbuch nach dem ersten Halt (über der Nordkante) wieder einpacken will, sehe ich eine Zecke über den Deckel krabbeln.

Wieder mal ein neuer Geocache-Finder, pips 2, am Montag, 22. September.

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Auf der Bank vor dem Unterstand sitzend, krabbelt mir eine Zecke über den Handrücken. Ich habe ausser im Winter, wenn die Temperatur unter dem Gefrierpunkt ist, immer Angst vor einer erneuten Borrliose - der vierten. Deshalb streiche ich mich vor jedem Umgang gründlich mit einem Antizeckenmittel ein, was mich weitgehend dagegen schützt, von einer gebissen zu werden.

Die Blätter der Bäume im Plateauinneren sind noch weitgehend grün, währenddem sie sich am Rand & am Steilhang zunehmend braun & gelb verfärben.

Einige Brombeerblätter verfärben sich rotviolett.

Auf der neuen Zufahrtsstrasse liegt eine grosse zerquetschte Kröte.

 

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Di  30 IX 2014   Baarburg   11:00

Leichter Landregen, zunehmend. Mit meiner Regenjacke mit Kapuze bin ich gut geschützt , zudem hat es unter stark belaubten Bäumen auch immer wieder trockene Bereiche.
Die Feuchtigkeit verstärkt den Geruch des Waldes, von Erde, gefallenen Blättern.

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Beim Unterstand Reste eines Lagerfeuers, etwas Stroh auf dem Boden, ein Stoss Feuerholz, Getreidehalme, zwei Maiskolben.
Vor der Aussenbank in einem kleinen freigescharrten Viereck ein kleines Häufchen Asche mit Knochenresten. Sieht aus wie Asche eines kremierten Menschen. Ein seltsames Gefühl zu wissen, dass spätestens in etwa 30 Jahren auch meine Asche hier irgendwo liegen wird.

Wie ich durch das Brombeergestrüpp gehe, schreckt wenige Meter entfernt ein grosses Reh auf & sucht mit grossen Sprüngen das Weite.

Auch im Innern des Plateaus werden die ersten Blätter gelb. Auch viele Brombeerblätter; rot ist selten. Der grösste Teil bleibt über den Winter hinweg grün & dient zum Teil als Winterfutter für Rehe.

 

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Mi  15 X 2014   Baarburg   10:00

Der Parkplatz ist voll. Eben steigen zwei Jäger aus einem Auto & hängen sich die Gewehre über die Schultern. In ihren signalroten Westen sehen sie eher seltsam aus. Aber vermutlich ist ihnen das Jägergrün gesetzlich verboten.

Wie ich den Wald betrete, drückt die Sonne durch die Wolken. Der Wald ist aber noch nass vom nächtlichen Regen, so dass ich im Unterholz bald wieder nasse Hosenbeine habe.

Zweimal fällt ein Schuss. Der erste auf der anderen Bergseite. Der zweite recht nah unten am Sockel. In meinen dunklen Hosen mit dem hellbraunen Lederrucksack komme ich mir etwas verletzlich vor.

Auf dem Stamm eines vor einigen Jahren quer über den Steilaufstieg gestürzten Baums wachsen violette, feucht glänzende Pilze. (Gemäss Bruno Cetto, Enzyklopädie der Pilze, Google & Wikipedia sind es Warzige Drüslinge (exidia glandulosa). Die Drüslinge sind saprobiontische Holzbewohner, die im besiedelten Holz eine Weißfäule erzeugen. (Wikipedia) Die violetten Pilze tragen also dazu bei, dass das Hindernis langsam abgebaut wird.

Dort wo die Plateaustrassse ansteigt, hat es frische Schwemmrinnen, die anzeigen, dass es in den letzten 14 Tagen (als ich in den Ferien war) einmal sehr heftig geregnet hat.

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Bis auf einige kleine Knochenstücke ist das Aschehäufchen vor dem Unterstand bereits weggeschwemmt worden.

Ich lege einige kleine Steine vom Strand in Finale Ligure auf das Iglu.

Auf dem Plateau hat sich das Blätterdach bereits so weit gelichtet, dass es im Wald merklich heller ist.

 

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Mo  20 X 2014   Baarburg   11:15

Ein warmer sonniger Herbsttag mit weichem Licht.

Ein oranger Pfeil am Waldstrassenrand weist auf eine frisch geschlagene Schneise den Steilhang hinauf bis zu einer grossen Buche, die mit einem orangen Punkt besprayt ist.

Vom südwestlichen Sockel her heult eine Motorsäge.

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Mancherorts liegt bereits ein braungoldener Blätterteppich, obwohl viele Bäume noch grün sind.

Die Waldstrasse vom Plateau hinunter ist wegen Holzschlag gesperrt. Die gefällten Bäume liegen kreuz & quer über die Strasse & eben fällt ein weiterer Baum. Ich schlage mich querwaldein durch.

Nahe dem Waldeingang stehen zwei Jäger & eine Jägerin um die Reste eines rauchenden Lagerfeuers. Eine Beute kann ich nicht ausmachen Etwas weiter kommen mir zwei Männer entgegen, der eine mit einer Holzstange, der andere mit einem Funkgerät: wohl Treiber.

 

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Sa  25 X 2014   Baarburg mit Gérard Krebs   10:30

Ich werde heute begleitet von Gérard Krebs, Finnlandschweizer, der in Helsinki lebt & an der dortigen Universität bis zu seiner Emeritierung vor drei Jahren Dozent für Germanistik war.Er veröffentlichte kürzlich das Buch „Einmal rund um die japanische Insel Shikoku - Eine Pilgerreise zu den 88 heiligen Orten“ & hat auf der Rückreise von Italien bei uns in Luzern kurz Station gemacht.

Es regnet immer wieder leicht & der Wald ist so nass, dass wir unsere Route auf die Waldstrassen beschränken. Ab und zu hört man vom Schiessstand unten im Tal Schüsse.

Wir sprechen vom Wald in Finnland, der endlos gross ist, aber viel offener als hier auf der Baarburg, ohne Unterholz, hauptsächlich mit Birken & Föhren bewachsen. Einmal ist Gérard überraschend auf drei Elche gestossen. Riesig wirkende Tiere nur wenige Meter entfernt. Er erzählt, dass die Finnen - natürlich mit Ausnahmen - ein ausgesprochen schweigsames Volk sind. Und wir sind uns einig, dass die verbreitete Unsitte, den Kühen die Hörner wegzuschneiden Tierquälerei ist, weil ihnen so ein wichtiges Kommunikationsorgan amputiert wird.

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Di  28 X 2014   Baarburg   12:00

Ein sonnendurchfluteter Herbsttag mit leichter Bise.

Bei der neu geschaffenen Schneise in den Steilhang ist die Vegetation entfernt & der Boden grob planiert worden.

Ich sehe auf dem gesamten Umgang weder Mensch noch Tier. Eine zeitlang zetert ein Eichelhäher nah & laut, über den Baumkronen höre ich einen Milan rufen.

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Mo  3 XI 2014   Baarburg   11:00

Ein leuchtender Herbsttag. Im Waldesinnern überwiegen nun gelbe & braune Farben, ausser dort, wo hauptsächlich Nadelbäume stehen.

Die „Viereckschanze“ aus abgeschnittenen jungen Buchen nimmt zunehmend Form an. Eigentlich ist es ein Hufeisen, das oben mit einem Rest stehengelassenen Jungbuchen abgeschlossen wird. Der innere Rand eines Pfads, den ich nun etwa 20 Jahre durch regelmässiges Begehen in den Boden geprägt habe.

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Di  11 XI 2014   Baarburg   10:30

Die Baarburg steckt im Nebel. Es ist etwa 5 Grad & eine Bise weht, welche die Feuchtigkeit wie ein kaltes Tuch über die Haut streichen lässt. Zum ersten Mal diesen Winter bin ich froh um die Wollmütze.

Am gleichen Ort über der Nordwand, wo jemand vor einigen Monaten die einige Jahre schon dort wehenden tibetischen Gebetsfahnen entfernt hat, hängen nun neue Fahnen, grössere,tiefer über dem Boden.

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Mi  19 XI 2014   Baarburg  10:15

Beim Parkplatz am Baarburgrank versperren neu drei rotweisse Metallpfosten die Zufahrt zum Waldeingang & zur Abfackelungsanlage über der alten Deponie.

Es ist kühl & feucht heute, besonders auf Nordostseite, wo eine kalte Bise weht. Die Sonne drückt aber durch die Wolken.

Die meisten Bäume haben zumindest einen Grossteil ihrer Blätter verloren; die grosse Eiche behält sie aber wie jedes Jahr am längsten. Sie sind leuchtend gelb geworden.

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So  23 XI 2014   Baarburg   11:00

Der dichte Nebel kondensiert in den Baumkronen & klatscht in schweren Tropfen auf den Blätterboden. Es ist nur etwa 3 Grad warm & die nasse Kälte kriecht mehr & mehr unter meine Kleider.

Ich habe gehofft, das Plateau liege heute knapp über dem Nebelmeer, aber es liegt knapp unter der Obergrenze des Nebels. Im Süden zeigt sich die Sonne als helle Scheibe, dann als gleissend blendender Hof, über den Baumkronen die Ahnung eines blassen Blaus. Vorläufig kann sich die Sonne aber nicht durchsetzen.

Der Unterstand ist besetzt heute. Wie ich aus dem Unterholz trete, pisst ein junger Mann in Unterhosen eben über den Plateaurand. Drei weitere Männer liegen im Innern des Unterstands in ihren Schlafsäcken, rauchen & plaudern. Der Stoff eines aufgeklappten Campingstuhls ist vom Nebel durchnässt, ein blauer Kessel hängt über einer erkalteten Feuerstelle. Vier Mountainbikes liegen hinter dem Unterstand. Mit knappem Gruss gehe ich vorbei.

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Vom Zentrum aus höre ich dann Axtschläge, brechendes Holz, das Knistern eines Feuer, Stimmen.

 

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So  30 XI 2014   Baarburg   12:00

 Nebel, etwa drei Grad, leichte Bise.

Auch die grosse Eiche hat nun beinahe alle - inzwischen braun gewordenen - Blätter verloren.

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Beim Sitzen vor dem Unterstand neigt sich plötzlich das Brett etwas nach vorne & erst jetzt bemerke ich, dass eines der drei vorderen Beine fehlt. Vielleicht im Lagerfeuer letztes Wochenende verbrannt.

Eine grosse schwarze Wegschnecke kriecht über den Waldpfad.

Neben den drei Pfosten steht nun noch - farblich assortiert - eine Fahrverbotstafel.

 

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So  7 XII 2014   Baarburg mit Irena   11:45

Hochnebel. Es ist grau & feucht.

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Kaum sind wir beim Unterstand angekommen, nähern sich Stimmen, ein brauner Setter streicht uns um die Beine & zwei Männer bringen in Militärrucksäcken Feuerholz für eine Waldweihnachtsfeier morgen an Maria Empfängnis - in der Innerschweiz ein Feiertag.

Durch die leeren Baumkronen bringt das helle Grau des Himmels das Grün des Waldbodens zum Leuchten.

 

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So  14 XII 2014   Baarburg   11:30

Es ist bewölkt & föhnig warm.

Auf dem Pfad liegt eine tote Maus mit grossen Ohren & einem langen hellen Schwanz. Eine Waldmaus. Laut Wikipedie eine der häufigsten Säugerarten Europas. Da die dunkel Augen offen sind & keine Wunde sichtbar ist, sieht sie aus, als wäre sie einfach nur starr vor Schreck.

Nur etwa 20 Meter entfernt schreckt ein Reh auf & verschwindet in grossen Sprüngen im Unterholz.

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Von der Waldweihnachtsfeier am letzten Montag, Maria Empfängnis, sind nicht wie  frühere Jahre angebrannte Kerzen liegen geblieben, aber ein grosser Nikon-Feldstecher, mit dem ich gegen die verschneiten Alpen schaue. Gut möglich, dass heute der Verlierer zurückkommt & froh ist, ihn hier trocken & wohlbehalten wieder zu finden.

Jemand hat mit einem zersägten Baumstamm eine niedere Sitzbank direkt beim Steinrund der Feuerstelle zusammengefügt.

 

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So  21 XII 2014   Baarburg   11:45  mit Irena

Blauer Himmel, Sonne, kühle Brise von Südwesten.

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Kaum sind wir beim Unterstand, kommt eine Familie mit vier Kindern hinzu. Der Vater hat Holzscheite für ein Lagerfeuer mitgebracht  & er schickt die jüngeren Kinder für Kleinholz zum Anfeuern, während der Älteste einige Wurststecken schnitzt.

Obwohl die Blätter nun alle gefallen sind, bleibt der Wald vorläufig weitgehend grün, weil das Plateau fast ganz mit immergrünen Brombeerstauden bewachsen ist (ausser in einigen kleinen Fichtenbeständen, wo der Boden mit braunen Nadeln bedeckt ist). Dazu einige leuchtend grüne Stechpalmen mit roten Beeren.

 

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Mi  24 XII 2014   Baarburg mit Irena   11:45

Es ist knapp über Null Grad, die Sonne drückt durch Schleierwolken.

Ich kontrolliere wieder mal die Geocache-Schachtel in der Felshöhle. September, Oktober & November wurde sie je einmal neu gefunden von:

pips 2, Städerfamilie, Desipet

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Einen gemächlichen Rhythmus pflegen. Spazieren, schauen, das gedämpfte Getöse aus der Ferne hören. Ein Klangteppich, durch dessen Rauschen gelegentlich ein hellerer Flugzeug- oder Lastwagenmotorenton webt.  ( Irena)

Irena fotografiert viel heute & ich bitte sie, zum Jahresausklang eine Auswahl zu treffen.

 

 

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Mo  29 XII 2014   Baarburg mit Irena   11:15

Es hat etwa 10 Zentimeter Schnee, ist bewölkt bei sieben Grad unter Null & es weht eine kräftige Bise.

Wir sehen Spuren von Fuchs, Reh & Maus. Das gleichmässig helle Licht bringt die Baumstämme zum Leuchten. Der Schnee akzentuiert das Geflecht der Buchenäste. Einige Gräsern zeichnen eine schwunghafte Kalligrafie auf die weisse Fläche.

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Heute ist man gerne in Bewegung, um der Kälte zu trotzen. Auf dem Rückweg beginnt es heftig zu schneien.

 

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