Super Team

 

 

Do   5 I 2017   Baarburg   11:30

Auf Vorgestern & in der Nacht auf heute hat es zum ersten Mal diesen Winter geschneit. Kaum bin ich bei der Baarburg angekommen, beginnt es wieder zu schneien. Auf dem Bergplateau sieht man noch einige undeutliche, frisch eingeschneite Tierspuren im Schnee: Dachs, Fuchs, Mäuse & Vögel.

Der Wald ist tief verschneit. Eine relativ frische Spur führt auf der Waldstrasse rund ums Plateau & wieder zurück.

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An einer der beiden Holzbänke beim Unterstand sind beim Rücklehnbrett auf einer Seite die Halteschrauben entfernt worden, so dass das rote Brett herabhängt. Unter dem Dach des Unterstands ist ein grosses Feuer entfacht worden. An der Wand lehnen drei Fackeln aus Bambus & Metall. Auf dem Fensterbrett sind 13 weisse & drei sternförmige rote angebrannte Rechaudkerzen aufgereiht.

Auf dem Rückweg weht mir ein Schneesturm hart vereiste Flocken ins Gesicht.

 

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Do  12 I 2017   Baarburg   10:00

Es ist Tauwetter. Einige Grad über Null. Der Schnee ist nass & in sich zusammengesunken. Von einigen Schneeresten tropft es noch von den Bäumen.

Auf die Schneedecke hat der Sturm ein wechselndes Muster von Nadeln, Blättern, Samen, Zweigen, Buchennüsschenhüllen gezeichnet.
Es macht mir Freude, mir vorzustellen, wie aus diesem Schneedeckenteppich nach & nach Waldboden werden wird, Nahrung für die Bäume, die aus Luft & Wasser Nährstoffe holen, um Blätter & Nadeln zu bilden, die dann wiederum verdorren oder vermodern.

Die meisten Tierspuren sind vom Regen der letzten Nacht ausgewaschen worden. Markant & erstaunlicherweise über weite Strecken meinem Plateaurandpfad folgend, eine eher frische grosse Dachsspur. Der Waldstrasse entlang dann verschiedentlich Spuren von Rehen, die grüne Brombeerblätter gefressen haben.

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Sieben der Wurststecken sind vor dem Unterstand zu einem Bündel zusammengebunden auf ihre Spitzen gestellt, zwei in kurzem Abstand davor gekreuzt.

Zum Bündel ist ein umgekehrter Stecken hinzugestellt. Ich füge einen weiteren an.

Im Innern des Unterstands ist die Asche des Feuers weggewischt, das angebrannte Holz auf die Seite geräumt & die Fackeln hinter eine Bank geklemmt.

 

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So  15 I 2017   Baarburg  mit Irena   12:15

Seit dem letzten Mal hat es getaut &  geregnet. Der Schnee ist zusammengeschmolzen. Aber auf heute hat es den Wald wieder tief eingeschneit.
Kaum frische Spuren ausser wieder von einem Dachs. An zwei Orten, wo der Schnee unter den Bäumen weniger tief ist, haben Mäuse den Schnee weggescharrt & den Waldboden freigelegt.

Ein junges Paar kommt uns entgegen. Sie suchen das Erdmannliloch, das sich aber auf der anderen Seite des Bergs befindet. Ich erkläre ihnen, dass es bei diesen Verhältnissen vom Plateau aus kaum zugänglich ist. Sie verweisen auf eine Karte im Internet, wo das Erdmannliloch auf dieser Seite eingezeichnet ist. Wir stellen fest, dass irrtümlicherweise das Erdmannliloch am Standort der Höhle eingezeichnet ist, wo sich die Geocache-Schachtel befindet. Diese Höhle wurde vor etwa 25 Jahren von einer esoterischen Gruppe in den Nagelfluh-Fels geschlagen. Laut einem Manifest, das die Gruppe in der Höhle platzierte, sollte damit negative Energie vom Berg abgeleitet werden.

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So  22 I 2017   Baarburg   mit Irena   11:30

Fünf Grad unter Null. Es ist schneidend kalt & wir sind froh, beim Aufstieg durch den Schnee ins Schwitzen zu kommen. Wir gehen in unserer verschneiten Spur vom letzten Sonntag. Seither ist niemand mehr hier gegangen, aber es hat viele Tierspuren auf dem Pfad.

Die Nebeldecke hat sich eben leicht gehoben & steht nun knapp über dem Berg. Der Raureif akzentuiert Formen, die man sonst übersieht. Blattumrisse, Zweige, das Relief einer Baumrinde leuchten weiss. Das helle Schneelicht intensiviert die Farben der Baumstämme.

In etwa fünf Meter Höhe an einem schlanken Fichtenstamm hängt neu ein grosser Nistkasten aus Holz, über einen halben Meter hoch. Der Grösse nach vielleicht für eine Eule.

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Wie wir in den Unterstand treten, flüchten zwei kleine Vögel, ein Buchfink & ein Rotkehlchen, in das verschneite Unterholz. Jedes Mal, wenn wir hinaustreten, schwirrt das Rotkehlchen wieder unter das Dach, wo es wohl etwas wärmer ist als im Schnee. Da es für uns sowieso zu kalt ist zum Sitzen & Bleiben, gehen wir bald weiter & überlassen den Vögeln den trockenen Zufluchtsort.

 

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So  29 I 2017   Baarburg   10:45

Blauer Himmel. Die Sonne scheint zum ersten Mal nach 14 Tagen Frost & Nebel. Am Schatten ist der Schnee noch hart gefroren, an der Sonne wird er sulzig & nass.
Vögel singen, andere schimpfen.

Im Schnee hat es nur wenige frische Spuren, Fuchs, Dachs & Mäuse.

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Nur wenige Meter vor mir kommt überraschend eine Maus aus einem Loch, rennt etwa 25 cm über den Schnee, um gleich wieder in einem anderen Loch zu verschwinden. Eine zweite streckt den Kopf kurz aus dem Loch, um ihn gleich wieder zurückzuziehen & zu verschwinden.

Die dunklen Bäume mit ihren langen Schatten zeichnen ein schönes Muster auf den Schneehang des Zugerbergs gegenüber der Baarburg.

An der Sonne wird es schnell warm, aber im schattigen Waldesinnern bin ich froh um meine Wollkappe.

 

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So  5 II 2017   Baarburg   10:00

Es ist grau bewölkt, die Temperatur knapp über Null.

In einem Augenwinkel sehe ich wieder eine Maus in einem Loch verschwinden, an einem anderen Ort als letzte Woche. Seit wohl etwa zehn Jahren habe ich das nicht mehr gesehen & jetzt gleich zweimal innert kurzer Zeit.

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Im Unterstand sind die Rechaudkerzen weggeräumt, die drei Fackeln stecken noch immer hinter einer Innenbank, eine Plastikverpackung mit der Aufschrift

UA PERFORMANCE WRISTBAND

liegt auf dem Boden.

Im Schatten des Jungwalds haben sich einige Schneereste gehalten. Sie zeichnen skurrile Köpfe, Fabelwesen, Tiersilhouetten auf den Waldboden.

Auf der Rückfahrt beginnt es bald kräftig zu regnen & bald geht der Regen in Schnee über.

 

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Di  14 II 2017   Baarburg   12:30

Eben hat die Sonne den Nebel aufgelöst & sie bringt die Farben des Winterwalds zum Leuchten. An Schattenlagen liegt noch etwas Schnee.

Auf der Bank vor dem Unterstand an der Sonne kann ich die Wollmütze ausziehen. Ein grüne glänzende Fliege setzt sich auf meinen grünen Jackenärmel. Verschiedene Vögel singen. Darunter sicher Meisen & Buchfinken, die ich beide auch gesehen habe.

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Am unteren Querbalken des vernagelten Fensters klebt ein farbiger Plastiksticker mit einer Comicfigur, die in den erhobenen Armen ein Leuchtschwert & eine Leuchtfackel schwingt. Darunter die Aufschrift

RUMPELSTILZ
FASI D

An der Steilwand an der Rutschstelle haben die häufigen Nachfröste der letzten Zeit einige recht grosse Sandsteinbrocken gelöst. Sie sind auf die Waldstrasse hinunter gerollt. Der grösste ist etwa schafskopfgross. Auf der weiter unten verlaufenden Autostrasse wäre ein solcher Brocken eine ernsthafte Gefahr. Aber durch die Waldstrasse und einen kleinen Erdwall werden solche Steine recht sicher aufgehalten.

 

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So  19 II 2017   Baarburg   11:00

Blauer Himmel, Frühlingssonne, über dem Zugersee & einem Teil der Stadt liegt ein weisses Nebelmeer. Nach der Frostnacht ist der Waldboden zum Teil noch gefroren.

Im Geocache-Logbuch hat es einige neue Einträge:

29/12/16  STRANG FAMILY
TFTC

30.1.17  anbolusa

4.2.17  Satomos TFTC!
& Merdan

8   2283

Ein Paar mittleren Alters auf einer der Aussichtsbänke. Sie liegt längs auf der Bank & hat den Kopf auf seine Beine gebettet. Bevor sie aufbrechen & wir uns gegenseitig verabschieden, studieren beide noch etwas ihr Smartphone.

Auf der Sockelstrasse sind viele Spaziergänger unterwegs -von der Sonne in den Wald gelockt. Eine Frau fotografiert eine kleine Fichte, die auf einem bemoosten Baumstumpf wächst. Ein Paar in farbigen Jacken überholt mich. Er sagt etwas von am Wegrand … es heisst „Baarburg-Efeu“. Ich weiss nicht, ob er als Waldexperte spricht oder etwas von seinem Smartphone zitiert.
Später sehe ich, wie die Frau hinter ein Baum mit starkem Efeubewuchs am Strassenrand tritt & ein Notizbuch zückt. Weiter vorne beobachtet eine kleine Gruppe von Leuten einen Mann, der vergeblich etwas in einer mit Dornen überwachsenen Mulde neben der Waldstrasse sucht. Dann komme ich an einem Mann vorbei, der beobachtet, wie seine Frau etwas unterhalb der Strasse einen bemoosten Baumstumpf untersucht & etwas ruft.
Zu Hause google ich "Baarburg-Efeu" & stelle fest, dass es eines von einer ganzen Reihe von Geocache-Verstecken ist, die anscheinend (neben dem mir schon bisher bekannten in der Höhle knapp unterhalb des Plateaurands) auf der & um die Baarburg existieren.

 

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Do  23 II 2017   Baarburg    10:15

Es ist bereits recht warm. Erstmals dieses Jahr muss ich mich wieder gegen Zecken schützen nach dem in dieser Hinsicht sorglosen Winter.

Im Geocache-Logbuch einige neue Einträge.
Bei Geocache bin ich zufälliger & interessierter Beobachter, kein Mitglied, kenne deshalb auch keine anderen Verstecke neben dem so genannten „Baarburg-Cave“ & auch keine Hinweise darauf. Für mich sind die Einträge eine Art konkrete Poesie, die ich hier dokumentiere. Diesmal ist einer sogar illustriert. Skoonys hat sich mit roter Schrift auf hellbraunem Grund mit einem gezeichneten Besen mit verschmitzt lachenden Gesicht auf einem Kleber mit dem Datum 19.2.17 & dem Zusatz Danke eingetragen. Dazu

19.2.17   SUSAN   12.05

Michremu
19.2.17
badhub  20.2.17


9   2284

Von der Ebene herauf hört man ab & zu Fetzen von Blasmusik. Heute Morgen vor Tagesanbruch hat die katholische Fasnacht begonnen.

Ich habe übrigens kontrolliert, wie stark die Eibe, die in eine grosse Eiche hinein wächst, während einem guten Jahr gewachsen ist, seitdem ich mit ihrem Bild das Protokoll des letzten Jahrs eröffnet habe. Aus der Distanz ist keinerlei Zuwachs feststellbar. Vom regelmässigen Beobachten einer jungen Eibe weiss ich aber eigentlich, dass sie nur sehr langsam wächst, pro Jahr höchstens wenige Zentimeter.

Beim genauen Betrachten des von Efeu umrankten Baums unten am Bergsockel, wo das Ehepaar letzten Sonntag anscheinend das Versteck „Baarburg-Efeu“ gefunden hat, entdecke ich wirklich auch etwas. Auf der Rückseite des Baums hängt an einem Metallhaken ein grünes Blatt aus Plastik, auf dessen Rückseite etwas Elektronisches angeklemmt ist, wahrscheinlich ein kleiner Sender. Ich finde aber nirgends ein Logbuch.

An verschiedenen Orten blüht der Huflattich.

 

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 So  5 III 2017   Baarburg   11:00

Die Sonne scheint, wird manchmal von einer Wolke verdeckt. Am Nachmittag soll es regnen.
Der starke Föhnsturm von gestern Abend hatte viele Äste, Zweige & Fichtennadeln heruntergerissen - neues Material für diverse meiner Strukturen.

Ein schön blassrotschwarzweiss gemusterter Milan lässt sich von einem warmen Aufwind in die Höhe tragen.

10   2285

Ich höre Stimmen. Ein älteres Paar stellt die Fahrräder an den Waldstrassenrand & kommt durch den Wald zur „Hütte“, setzt sich auf eine der beiden Aussichtsbänke. Der Mann erkundigt sich, ob es hier eine Burg gebe oder Reste davon. Ich verneine & gebe einen knappen Abriss über die Geschichte des Bergs. Spuren seit der Bronzezeit. Vielleicht ein keltischer Fürstensitz. Aber bisher sei nur wenig ausgegraben & erforscht worden.

Drei Milane ziehen enge Kreise über dem Rappenloch & tauschen helle Rufe aus.

Der erste Bärlauch spriesst. Der Frühling kommt mit Riesenschritten.

 

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So  12 III 2017   Baarburg   mit Irena   10:15

Ein schöner Frühlingstag. An sonnigen Orten sind die Buchenknospen bereits auf doppelte Grösse angeschwollen. Aber man sieht noch keinerlei Blätter.

Im Geocache-Logbuch ein neuer Eintrag vom letzten Sonntag.

5.3.17  famgo

Unter der nördlichen Felswand macht sich ein Wanderfalke mit lauten Rufen bemerkbar.

11   2286

Am Südhang, beim Bärlauch, hat ein Holunder als erster der Sträucher & Bäume hier einige Knospen geöffnet & streckt nun kleine Büschel von grünen Blättern an die Sonne. Am Waldstrassenrand blüht üppig die Pestwurz.

Der Föhnsturm letzter Woche hat eine schlanke Fichte knapp über dem Boden weggeknickt. An manchen Orten ist der Boden mit Nadeln & Tannzapfen übersät.

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So 19 III 2017   Baarburg   11:00

Es ist grau bewölkt, der Wald ist noch nass vom Regen gestern den ganzen Tag.

Im grösseren Tümpel schweben zwei kopulierende Krötenpaare. Ein kleiner schwarzer Molch taucht ab. Auf der Oberfläche Wasserläufer.

Unter dem Vordach des Unterstands Reste eines Lagerfeuers. Auf der Bank eine Globus-Delicatessa-Einkaufstasche, zu einem Drittel gefüllt mit zurechtgeschnittenen Birkenholzästen. Zwischen den Wurzeln der grossen Buche steht ein kleiner Blumentopf mit gelborangen Primeln.

12   2287

Ich unterhalte mich (zum ersten Mal über einige Floskeln hinaus) mit einem Mann mit Hut & Tabakspfeife, den ich hier ab & zu an Sonntagen antreffe. Er wohnt in einem Dorf am südlichen Gegenhang der Baarburg & kommt seit Jahren regelmässig auf diesen Berg.
Wir sind uns einig in unserem Ärger über die grosse Fläche Wald, die diesen Winter auf dem Bergplateau abgeholzt worden ist. Dazu sind einige grosse gesunde Buchen im stehen gelassenen Wald gefällt worden.
Ich erzähle vom Wanderfalken, den ich kürzlich gehört & gesehen habe, der jetzt aber wieder verschwunden ist, & äussere meine Bedenken, dass er vergiftet worden sei. Aber er könnte natürlich auch einfach weitergezogen sein auf der Suche nach einem anderen Nistplatz.
Ich erkläre ihm die beiden Zugänge zum Erdmannlichloch, wo ich allerdings auch schon viele Jahre nicht mehr gewesen bin.

In einer Art Nische im Fichtenjungwald am Rand des Kahlschlags finde ich ein auf etwa zwei Quadratmeter verstreutes Fuchsskelett. Es sind absolut blanke Knochen ohne Fleisch- oder Fellreste. Das Skelett muss also schon einige Jahr dort liegen.

 

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So  26 III 2017   Baarburg  mit Irena 11:45

Beginn Sommerzeit. Es ist grau bewölkt, kühler Westwind, ab & zu drückt zaghaft die Sonne durch.

Letztes Jahr war ein Buchenmastjahr & es hat entsprechend viele Buchennüsschen auf dem Waldboden, die jetzt keimen, solange die blätterlosen Baumkronen noch viel Frühlingslicht auf den Boden kommen lassen.

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Offenbar wachsen aus dem Gehäuse der Buchennüsschen zuerst die Verankerungen in die Erde, dann wächst der Stiel mit den Keimblättern nach oben, die das Gehäuse mit Wachsen und Ausweiten sprengen. Heute die verschiedenen Stadien dieses Vorgangs entdeckt & beobachtet.  (Irena)

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Auf der Rückfahrt durch den Wald dem Baarburgsockel entlang sehen wir Spuren eines Verkehrsunfalls: frisch geknicktes Unterholz hangabwärts, farbige Markierungen auf der Strasse.
Am nächsten Tag lese ich dann in der Zuger Zeitung:
Am späten Samstagabend ist es auf der Neuheimerstrasse in Baar zu einem tragischen Unfall gekommen. Ein Auto kollidierte mit einem Motorroller. Der 44-jährige Rollerfahrer verstarb noch an der Unfallstelle.
Wie die Zuger Polizei am Sonntag mitteilte, passierte der Unfall gegen 23:00 Uhr. Aus bislang ungeklärten Gründen kollidierte der Wagen eines 50-jährigen Mannes mit einem Motorroller auf der Neuheimerstrasse. Dabei erlitt der 44-jährige Rollerfahrer schwere Verletzungen und verstarb noch an der Unfallstelle. Der Autofahrer blieb unverletzt.
Die Staatsanwaltschaft Zug hat beim ihm eine Blut- und Urinentnahme angeordnet. Derzeit werden die Ursache und der genaue Unfallhergang abgeklärt. Gleichzeitig erfolgte eine Spurensicherung am Unfallort durch den Kriminaltechnischen Dienst der Zuger Polizei. Währenddessen war die Neuheimerstrasse für rund sechs Stunden komplett gesperrt.

 

So  2 IV 2017   Baarburg   11:00

Eine dünne graue Wolkendecke, die manchmal aufreisst & die Sonne durchlässt. Heftige Windstösse, mal von Nord, mal von Süd. Im Unterholz öffnen sich die ersten Buchen- & Lindenknospen. Die schönste Zeit des Jahres beginnt.

Mancherorts ist der Waldboden mit einem dicht gewirkten Teppich von Buchen-schösslingen bedeckt.
Im Geocache-Logbuch hat es einige neue Einträge:

14.3.2017  DiNaby

19.3.2017  Andy 419
Zuerst versucht von unten an
diesen Ort zu gelangen. Ist definitiv
nicht zu empfehlen

26.3.17     Super Versteck..
Othi-1

29.3.17  fritz tcat/sulp 60


14   2289

Die Kirschbäume, Schlüsselblumen, Immergrün & andere Frühlingsblumen blühen.

 

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Mo  10 IV 2017   Baarburg   11:00

Ein strahlender Frühlingstag. Ich bade im hellen Grün der jungen Blätter, die sich frisch geöffnet haben. Buchen, Ahorn & Linden. Die Eschen & Eichen warten noch ab.

Der Teich ist wieder belebt. Wasserläufer, Kaulquappen, zwei wegtauchende Molche.

Im Geocache-Logbuch hat es zwei neue Einträge:

Swiss.H&m + Celina   2.4.2017

2.4.17  Ovivo

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Plötzlich stinkt es intensiv nach Schweinegülle. Wohl eine frisch gedüngte Wiese im Umland.

Auf der Kahlschlagfläche ist bereits ein neuer, auffällig dichter, Jungwald geplflanzt worden. Die schmalen Laubbäumchen stecken in grünen Kunststoffhülsen als Schutz gegen Wildverbiss. Die wenigen kleinen Fichten sind mit feinmaschigen Drahtgitterzylindern geschützt. Statt dem schattenspendenden Wald steht hier nur ein Wald von hellgrünen Stäben.

 

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So  30 IV 2017   Baarburg   11:15

Beim Waldeingang kommt mir ein junger Mann mit Wollkappe & grossen Kopfhörern entgegen. Er warnt mich, es habe viele umgestürzte Bäume auf der Waldstrasse.
Der starke Schneefall vorletzte Nacht hat in dieser Region grossen Schaden angerichtet. Der nasse Schnee hat die mehrheitlich belaubten Baumkronen niedergedrückt & oft zum Brechen gebracht. Ganze Bäume sind umgestürzt. Bei anderen ist die Krone weggebrochen. Das Unterholz ist zusammengedrückt. Bei vielen jungen Bäumen ist die Spitze weggeknickt.

Auch die einzige Espe auf dem Bergplateau, die ich seit Langem beobachte & die beim letzten Holzfällen vor einigen Jahren einen Teil der Krone verloren hat, ist einige Meter über dem Boden weggebrochen. Die blühende Krone liegt auf dem Waldboden & entlässt noch ab & zu bei einem Windstoss eine Wolke von Pollen.

16   2291

Ein junges Paar sitzt auf einer der beiden Aussichtsbänke beim Unterstand. Er fotografiert nah & fern. Sie sammelt auf dem Waldboden kleine Fichtenschösslinge.

Beim Rutschhang unten am Bergsockel sind Erde & einige grosse Steine auf die Waldstrasse hinab gerutscht.

 

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Fr  5 V 2017   Baarburg   10:15

Der Wald ist noch nass vom Regen letzte Nacht, aber die Sonne scheint & bringt den Wald zum Leuchten.

Am Rand der Waldstrasse ist ein Vogel gerupft worden. Die Federn weiss & wenig hellgrau. Wohl eine Taube. Ich bin immer wieder erstaunt, dass wenn ein Fuchs oder ein Raubvogel einen Vogel erbeutet, weder Schnabel noch Beine oder Füsse übrig bleiben, sondern nur Federn.

17   2292

Unter den vom späten Schnee stärker beschädigten Bäumen sind auffällig viele Wildkirschen.

Auf dem Boden des frisch gepflanzten Jungwalds liegt eine orange Plastikbanderole mit dem Aufdruck:

STOCKER
29.03.17
Kühlraum aussen
GI.PAL

Prunus avium, SO/Riedholz, 540-590m   pp
wilder Kirschbaum
1/1      80-100

Es entsteht hier ein Laubmischwald mit wenigen edlen Nadelhölzern. Zwischen den durch Plastikröhren oder Drahtzylindern geschützten Jungbäumen sind ungeschützte kleine Fichten gepflanzt, wohl deshalb, damit die Rehe auch etwas zu beissen haben. - Stocker heisst der Förster der Korporation Baar.

Der Bärlauch blüht prächtig.

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Di  9 V 2017   Baarburg   11:00

Seit Tagen hat es geregnet & erst heute Morgen aufgehört. Jetzt drückt sogar die Sonne durch. Der Wald ist aber noch sehr nass.

Das helle Grün der neuen jungen Blätter hebt sich markant vom Dunkel der Nadelbäume & Stechpalmen ab.

Ein dunkler Schatten huscht lautlos vor mir auf dem Pfad am Rand meines Gesichtsfelds von Mausloch zu Mausloch. Ich sehe auffallend viele Mäuse in letzter Zeit hier im Wald. Entweder ist meine Aufmerksamkeit geschärft oder es gibt mehr von ihnen.

18   2293

In den letzten Tagen müssen sich hier oben recht viele Leute aufgehalten haben. Am Rand der Waldstrasse Reifenspuren von einem Lastwagen oder einem Reisbus. In drei Richtungen führen breite Trampelpfade ein Stück weit in den Wald hinein zu Lichtungen, wo die Brombeerranken niedergetreten sind. Die vielen Fussspuren auf zum Teil lehmig nassen Boden weisen darauf hin, dass es wohl gegen hundert Menschen gewesen sind. Da alles sauber aufgeräumt wurde & nichts liegengeblieben ist, könnte es das Militär gewesen sein oder vielleicht eine forstkundliche Exkursion. Im Internet findet sich keinerlei Hinweis auf eine öffentliche Veranstaltung.

Ich lege einige Steine aus Soave & Triest auf das Steinmosaik.

Ich finde nochmals eine orange Plastikbanderolen, die nach dem Setzen der jungen Bäume liegen geblieben ist. Der Aufdruck diesmal:

STOCKER
29.03.17 Mi
Einschlag 1 (Forst)
REIHE 34

Quercus robur, SO/Rodersdorf, 380-435m pp
Stieleiche
2/0     80-120

P1080934-001

 

  

Di  16 V 2017   Baarburg   10:45

Der Teich ist im Moment sehr belebt. Schwärme von grossen Kaulquappen fliehen vor meinen sich nähernden Schritten. Einige von ihnen schnappen bereits an der Wasseroberfläche nach Luft. Sie werden sich wohl bald in Kröten verwandeln. Kleine Molche tauchen ab. Wasserläufer huschen über das Wasser. Eine grosse blaue Libelle macht Halt auf einem Baumstrunk.

Einzelne Eichen & Eschen beginnen erst jetzt, Wochen nach den anderen Bäumen, ihre Blätter zu öffnen.

Der Wald leuchtet intensiv hellgrün.

Vögel singen, pfeifen, trillern & rufen, meist bleiben sie aber unsichtbar.

19   2294

Im Baarer Jahrbuch hat Kantonsarchäologe Stefan Hochuli unter dem Titel Geheimnisvoller Baarer Hausberg - 100 Jahre archäologischer Forschung auf der Baarburg einen interessanten Überblick auf die frühe Geschichte dieses Bergs publiziert.
Mit den ersten Sätzen macht er deutlich, dass der Ort weiterhin rätselhaft bleibt:

Stellen Sie sich vor, Sie müssten den Inhalt eines Bildes beschreiben, von dem nur ein stecknadelgrosser Bereich sichtbar it. Ähnlich verhält es sich mit der Siedlungsgeschichte  der Baarburg. Schriftliche Überlieferungen gibt es kaum und vom rund 13 Hektaren umfassenden Plateau sind lediglich 40 Quadratmeter archäologisch ausgegraben, was einem Flächenanteil von nur 0,03 Prozent entspricht. (35. Baarer Heimatbuch 2015/2016, S. 120)

Man weiss aber, dass die Baarburg von etwa 600 v.Chr. bis 150 n.Chr. bewohnt war & dass hier vermutlich ein keltischer Fürstensitz war. Als Kuriosum hat man hier auch eine mittelalterliche Kupfermünze der Mongolen aus Persien gefunden.

 

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Mo  22 V 2017   Baarburg   10:15

Ein sehr warmer Sommertag mit Sonne & blauem Himmel.

Es hat auffällig viele grüne Blätter am Boden. Das ist wahrscheinlich eine Folge des starken Schneefalls vor gut drei Wochen. Sommer & Winter sind dieses Jahr nahe beieinander.

Seit Anfang April hat es kaum mehr neue Einträge im Geocache-Logbuch. Die einzigen beiden sind:


22.4.17  Rogfor
PQJRAB (Stempel mit stilisiertem Skarabäus)

29.4.17 RSausA + dr. metzger

20   2295

Wie ich im Jungwald zu einem abgestorbenen Baumstumpf komme, flieht aufgeregt ein etwa handgrosser Jungvogel über den offenen Waldboden, duckt sich dann & ist kaum mehr erkennbar vor dem graubraunen Hintergrund. Er vertraut seine Tarnung so sehr, dass ich ihn von recht nah fotografieren kann.

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So  28 V 2017   Baarburg   10:30

Ein heisser Sommertag, Man ist froh um den Schatten der nun fast vollständig belaubten Baumkronen.

Auffallend viele Blätter im Unterholz glänzen klebrig. Blattläuse! Noch nie in den vergangenen 30 Jahren habe ich das in diesem Ausmass gesehen.

Im Geocache-Logbuch wieder einmal ein neuer Eintrag:

25.5.17  Mindhunter/Kröt/Mawu86

21   2296

Auf einer der Aussichtsbänke sitzt ein junges Paar, französisch sprechend.

Am Waldstrassenrand fällt mir eine eigenartig gewachsene hohe Linde auf. Mit ihren kurzen, eng anliegenden Ästen sieht sie eher wie eine breit wachsende Pappel aus. Bis vor einigen Monaten war sie auf drei Seiten von hohen Bäumen umgeben. Aber auch auf der offenen Seite hat sie keine ausladenden Äste.

Zwei aneinander gekrallte grosse Wespen schlagen vor mir auf den Waldstrassenboden. Das Insektenknäuel windet sich blitzschnell & dann fliegen die beiden Wespen auseinander & davon. Spielerisches Kräftemessen oder Kampf?

Ein kleines rundes Vogelnest aus flaumigen Federn & trockenen Grashalmen liegt auf dem  Boden.

 

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So  4 VI 2017   Baarburg  mit Irena   11:45

Die ganze Nacht hat es geregnet & erst vor etwa zwei Stunden aufgehört. Da der Aufstieg zum Teil durchs Unterholz führt, sind wir bald von Kopf bis Fuss nass.
Nachher verzichten wir auf den schmalen nassen Randpfad & gehen möglichst auf der breiten Waldstrasse. Manchmal drückt bereits die Sonne durch.

22   2297

Aufhellungen nach dem Regen: Die Sonne wirft ihr Licht durch die Lücken des Blätterdachs wie mit einem gewaltigen Scheinwerfer und bringt einzelnen Stellen auf dem dem Waldboden zu einem Leuchten - wie von innen heraus. (Irena)

Der Holunder blüht & duftet.

Über der Wiese auf der ehemaligen Abfalldeponie rüttelt ein Falke.

Kaum sitzen wir Auto, beginnt es zu regnen. Wir haben Glück gehabt.

 

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So  11 VI 2017   Baarburg  11:30

Wieder bin ich nass, wie ich das Plateau erreiche, diesmal aber nicht von den feuchten Blättern nach einer Regennacht, sondern ich bin schweissgebadet an diesem heissen Sommertag. Am Nachmittag soll es 30 Grad werden.

Nun, da die Baumkronen ein fast geschlossenes Blätterdach bilden, ist es im Wald merklich dunkler geworden. Zudem sind auch die hellen Frühlingsblätter von Laubbäumen & Himbeerranken schon markant dunkler geworden.

Eine grosse schwarzgraue Feder von fast 40 cm Länge liegt auf dem Waldboden. Wahrscheinlich von einem Milan oder einem Bussard.

23   2298

Ich lege zwei weissgelbe Steine & ein ausglebleichtes Schneckenhaus, welche mir Peter Hauser von der griechischen Insel Paros gebracht hat,auf das Iglu.

Im neuen Jahrbuch Archäologie Schweiz sind einige neue Funde von der Baarburg aufgeführt, die anlässlich dreier Prospektionen letztes Jahr gemacht wurden: Eine römische Fibel, eine keltische Münze der Remi (Gallia Belgica) & sieben römische Münzen.

 

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Mo  19 VI 2017   Baarburg   11:00

Ein heisser Sommertag. Am Nachmittag soll es über 30 Grad warm werden. Aber im Wald ist es noch recht kühl. Zudem weht ab & zu ein sanftes Lüftchen.

Anhaltende Raubvogelrufe vor der Felswand lassen mich eine Lücke zwischen den Bäumen suchen. Auf einem abgestorbenen Baum direkt in meinem kleinen Blickfeld sitzt ein Wanderfalke.

24   2299

Letzthin ist beim Unterstand etwas aufgeräumt worden, wohl von der Gemeinde oder der Korporation. Dabei hat man zwei der drei liegengebliebenen Bambusfackeln auf eine der Bänke gelegt. Bei der Hitze der letzte Tage ist der Brennstoff aus dem Behälter gesickert & bildet nun einen grossen schwarzglänzenden Fleck auf dem Holz.

Ich lege drei kleine braungelbe Stücke Sandstein vom Botanischen Garten in Nancy auf das Iglu. Wir waren einige Tage in dieser wunderschönen Stadt mit seinem barocken Platz, seinen Pärken, der mittelalterlichen Altstadt & den vielen prächtigen Jugendstilhäusern. Man kann dort stilvoll & preiswert im Grand Hotel de la Reine übernachten, einem Palast direkt am grossen Platz.

Die Eibe neben der grossen Eiche, die ich Anfang 2016 für das Protokoll fotografierte & seitdem etwas beobachte, hat in den beiden Frühjahren an ihren Zweigen je etwa 7 bis 10 cm zugelegt. Der Frost Ende April hat aber einen grossen Teil der diesjährigen neuen Triebe absterben lassen.

Eine tote Spitzmaus liegt auf der Waldstrasse.

 

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Mo  26 VI Baarburg  10:45

Ein heisser Sommertag. Am Nachmittag soll es - wie meist in den letzten Tagen - wieder über 30 Grad warm werden.

Eine tote Blindschleiche liegt vor dem Waldeingang auf der hier noch geteerten Waldstrasse.

Oben auf dem Plateau schreckt wenige Meter neben mir eine Reh auf & verschwindet in grossen Sprüngen im Unterholz.

25   2300

Beim Unterstand hat jemand rote Rosenblätter auf dem Boden gestreut.

Ein gelbes Feld auf dem unregelmässig gewellten Gegenhang zeichnet eine grosse Pfeilspitze ins vielfältige Grün.

 

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Anschliessend erreicht mich zuhause folgendes Mail:

Immer wieder mit viel Freude schaue ich ihr Protokoll der Rundgänge an. Ich wohne am Fusse der Baarburg und gehe praktisch jeden Tag mindestens 1x aufs Plateau rauf, um Energie zu tanken. Gestern kamen mir 4 Esoterikerinnen entgegen, 2 davon mit dicken Rollkoffern und Blumensträussen. So entdeckte ich heute bei der Hütte eine Fülle von Rosenblättern, die in einer Feuerzeremonie dargebracht wurden. Ich habe gesehen, dass Sie oft morgens unterwegs sind, ich dagegen meistens nachmittags oder abends. Ich würde mich sehr freuen, sie mal anzutreffen und mit Ihnen zusammen eine Runde ums Plateau zu gehen. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude und interessante Entdeckungen. Also bis bald mal! ps: die tote Spitzmaus sah ich auch auf dem Weg liegen und als die Korporation die Feuerstelle aufräumte und die Fackeln auf die Bank legten, sass ich auf dem Bänkli....

Beste Naturfreunde Grüsse aus Baar
Martin Romer

Ich schreibe zurück & wir werden nächstens mal zusammen einen Baarburg-Besuch machen.

 

So  2 VII 2017   Baarburg mit Irena  11:45

Entgegen den Voraussagen nimmt der Regen nicht ab, sondern verstärkt sich laut prasselnd. Wir sind mit Regenpelerinen ausgerüstet, aber nach & nach kriecht die Nässe doch die Hosenbeine hoch. Wir gehen heute nicht den schmalen Pfad durchs Unterholz hoch zum Plateau, sondern bleiben auf der Waldstrasse. Der stürmische Wind gestern hat  auf der Südwestseite viele belaubte Äste & Zweige heruntergerissen. Am Strassenbord hat es auf Blättern & Grashalmen schöne Tropfenbilder.

26   2301

Die Blätter von Bäumen, Sträuchern und Kräutern scheinen unter den fallenden Regentropfen einen eigentümlichen Tanz aufzuführen. (Irena)

 

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Di  4 VII 2017   Baarburg mit Martin Romer    11:00

Wir treffen uns am Baarburgrank, wo ich auch sonst jeweils das Auto parkiere. Martin Romer kommt zu meinem Erstaunen zu Fuss von seinem Wohnort Baar her, ein Weg von etwa vier Kilometern.

Wir verstehen uns auf Anhieb gut. Er geht fast täglich auf die Baarburg, meist mit spontaner Routenwahl, oft querwaldein, manchmal sogar den Steilhang hoch. Er fotografiert viel mit dem Handy & stellt jeden Tag eine Auswahl von Bildern auf Facebook.

Erstaunlich ist, dass er noch nie von einer Zecke gebissen worden ist, obwohl er meist abseits der Wege geht, mit kurzen Ärmeln, ohne sich mit einem Insektizid zu schützen. Ich hingegen habe trotz rigoroser Abwehrmassnahmen schon dreimal eine Borreliose gehabt & würde wohl im Sommer fast jede Mal von Zecken befallen, wenn ich mich nicht schützen würde.

Da ich seit Jahren meist die gleiche Route nehme & es unterhalb der Felswand auch Gebiete gibt, wo ich noch nie gewesen bin, erfahre ich von ihm auch Unbekanntes: Ein Wasserschloss hinter einer Metalltüre, Felsspalten, Fuchsbauten und anderes mehr. Ich wiederum zeige ihm einige grosse alte Bäume, einen seit Jahren nicht mehr benützten grossen Fuchsbau, mein verstecktes „Iglu“.

Wir werden in Kontakt bleiben & wieder einmal einen gemeinsamen Umgang machen, vielleicht das Erdmannliloch aufsuchen, wo ich schon sehr lange nicht mehr war.

27   2302

 

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So  9 VII 2017   Baarburg  mit Irena   11:15

Es ist schwül nach den Gewittern letzte Nacht, aber nicht mehr ganz so heiss wie letzte Woche.

Vom Schiessstand Baar einzelne Schüsse kurz vor zwölf Uhr. Aus Richtung der Hellrote ab und zu ein paar Musiktakte einer Blaskapelle (Trompeten, Hörner, Trommel). (Irena)

Wohl eines der vielen Sommerfeste an diesem ersten Sommerferienwochenende.

28   2303

Nach der Regennacht ist die Sicht auf den Hang des Zugerbergs klar. Der Mischwald zeichnet ein Mosaik verschiedener Grün in die Landschaft.

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In der Internet-Zeitung zentralplus am 3. Juni 2017 ist unter dem Titel „Das sind die besten Brätelplätze im Zugerland“ ein Artikel über die zwölf schönsten Picknickorte im Kanton Zug erschienen. An sechster Stelle ist auch die Baarburg aufgeführt & dazu heisst es:

Der Rastplatz über dem Rappenloch auf der Baarburg eröffnet eine wunderbare Aussicht ins Lorzentobel und in die Zuger und Schwyzer Voralpen. Die Strasse ist weit weg und es ist niemand mit mobilem Grill oder Kühltasche unterwegs. Erfreulich: Es gibt einen gedeckten Unterstand am Brätelplatz, falls man von schlechtem Wetter überrascht wird.
Wo: Auf der Südseite des waldigen Plateaus auf der Baarburg.
Erreichbarkeit: öV-Anbindung bei der ehemaligen Spinnerei in Baar (Paradies), Parkmöglichkeit unterhalb Heiligchrüz. Dann eine halbe Stunde Fussmarsch.

 

 So  16 VII 2017   Baarburg   11:00

Beim Teich am Waldrand treffe ich Martin Romer. Er zeigt mir einige Frösche im Schlamm zwischen dem Schilf. Ich mache ihn auf eine grosse Libellenlarve aufmerksam, die bewegungslos im Wasser schwebt. Er erzählt, dass er hier eine riesige blaue Libelle gesehen hat, gross wie ein kleiner Vogel. Wir gehen getrennte Wege & wollen uns oben beim Unterstand wieder treffen, wo Martin letzthin einen toten Maulwurf gefunden hat.

Nach einer kühlen Nacht wird es nun schnell wieder wärmer. Vom Stadtrand herauf hört man Schlagermusik.

29   2304

Jemand hat eine schwarze Vogelfeder aufs Iglu gesteckt.

Eine junge Familie mit zwei Kindern sucht die Baarburg-Höhlen. Martin zeigt ihnen die Höhle mit der Geocache-Schachtel auf anderen Plateauseite & bietet dann sogar an, sie zum schwierig zu findenden Erdmannliloch zu führen.

Am Waldstrassenrand blüht nun eine reiche Vielfalt von Blumen & Kräutern, darunter Johanniskraut, Disteln, Brennnesseln, verschiedene Doldenpflanzen. Die Blüten locken Bienen & Hummeln, Käfer & Sommervögel an.

Martin hat im nahen Lorzentobel einen Dachsschädel gefunden, samt Zähnen & Unterkiefer.
Ich verspreche ihm ein Bild des Fuchsschädels, den ich vor vielen Jahren mal am Bergsockel einer Felsnische gefunden habe. Ich habe ihn seit Jahren nicht mehr betrachtet & nicht mehr gewusst, dass er zahnlos ist. Umso schöner kommt die perfekt symmetrische Form zur Geltung.

Am Waldausgang kommt mir der Schatzsucher Felice entgegen, den ich schon lange nicht mehr getroffen habe. Er sei hier zum Üben, sagt er. Er reise nächstens in sein Heimatland Mazedonien & dort habe er einen wichtigen Schatz gefunden, der auch historisch verbürgt sei. Das Problem sei, er befinde sich mitten in einer Stadt & man dürfe dort nicht graben. Er zeigt mir auf seinem Handy ein Bild, das er mit einer Spezialkamera gemacht hat. Ich sehe ein Bündel von Farben, die ich nicht interpretieren kann.

 

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So  23 VII 2017   Baarburg mit Irena    11:00

Nach der stürmischen Nacht ist es immer noch düster & nass, zum ersten Mal seit Wochen auch recht kühl. Auf dem Hinweg hat es noch heftig geregnet.

Über die Waldstrasse kriecht ein auffallend langer, glänzender Regenwurm. Ab & zu macht er einen vergeblichen Versuch, sich in den harten Boden einzugraben.

30   2305

Beim Unterstand treffen wir uns mit Martin Romer. Er erzählt ausführlich von der Höhle, die er letzte Woche im schwierig zugänglichen Nordhang gefunden hat.

In einem Mail hat er diesen überraschenden Fund wie folgt zusammengefasst:

Soeben habe ich eine neue Höhle in der Steilwand der Nordostseite entdeckt.
Sie ist sehr schmal, geht ca. 20m in den Berg...geht dann noch schmaler weiter. Es hat 3 Kübel (für Proviant) eine verrostete Machete, leere Wasserflasche, Kerzen, Bierdose und ein Seil zum sich raufzuziehen...etwas versetzt einen Unterstand im Fels mit voller Wasserflasche und Grill, scheint Schlafplatz zu sein...hier scheint oder schien jemand zu hausen….

 

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So  30 VII 2017   Baarburg   11:30

Ein schöner heisser Sommertag. Auf dem Plateau weht ein frisches Lüftchen. An manchen Orten haben die Gewitterstürme der letzten Woche einige belaubte Äste & Zweige von den Bäumen gerissen. Schwemmspuren auf dem Boden zeigen, dass es manchmal auch heftig geregnet hat. Der Waldboden ist noch immer feuchtdunkel. Es duftet intensiv nach Erde.


31   2306

Auf einer der Bänke im Unterstand liegt ein Stapel von sechs zusammengeknautschten blaugrünen Quöllfrisch-Bierbüchsen. In der Asche der Feuerstelle liegen sechs abgegessene Maiskolben.

 

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Sa  5 VIII 2017   Baarburg  10:30

Ein schwülheisser Sommertag. Am Teichrand sitzt eine kleine Kröte auf einem Stein.

Der Waldstrassenrand ist wieder wie letztes Jahr mitten in der Blütezeit der vielen Kräuter & Blumen ratzekahl weggemäht worden. An den steilen Strassenborden ist jegliche Vegetation bis auf den nackten Waldboden weggefräst. Dabei sind auch vielenorts Wurzeln von weiter oben stehenden Bäumen freigelegt & massiv verletzt worden.

32   2307

Auf dem Fensterbrett im Unterstand liegen sechs angebrannte Alu-Rechaudkerzend, die Wachsreste einer weinroten Kerze & eine grosse, unbenutzte Wachsfackel. Neben der Feuerstelle liegt ein Stapel grosse Äste, die allerdings erst zersägt werden müssen, um als Feuerholz gebraucht werden zu können.

Ein kleiner Frosch flieht mit einem Sprung vor meinen Füssen. Vertraut dann auf seine perfekte Tarnung & lässt sich von ganz nah fotografieren.

Auf dem Rückweg kommt mir Martin Romer mit seinem Velo entgegen. Er ist entsetzt über den Kahlschlag der vorher so herrlich bewachsenen Waldstrassenböschung. Er vermisst die Vielfalt an Faltern, Hummeln & Käfern, deren Bilder er oft auf Facebook geladen hat.

Auf einem flachen Stein auf der Waldstrasse haben sich einige glänzende Fliegen zu einer Art Zeichen gruppiert. Wie ich mich nähere, fliegt ein Teil auf & setzt sich dann wieder in einer veränderten Formation. Wieder & wieder. Wechselnde Buchstaben einer unbekannten Schrift. Fragmente einer verschlüsselten Botschaft.

 

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So  13 VIII 2017   Baarburg   11:30

Der Waldboden ist noch feucht & dunkel vom Regen der letzten Woche, aber es wird rasch wieder wärmer.

Von letztem Sonntag & Montag hat es neue Einträge im Geocache-Logbuch:

6.8.17 Feuersteinis
tolle Aussicht!


mit geführt
Kletterer vom
Erdmannliloch
7.8.17 (in stilisierste Sonne geschrieben)
Aurel
Beata
Anna


Am Plateaurand über der hohen Felswand stehen zwei überreife angefressene Schönfussröhrlinge.

Die Feuerstelle & der Unterstand sind aufgeräumt, auf dem Boden ist alles Laub weggewischt worden, der grosse Stoss Feuerholz ist umplatziert.

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Vom Zugerberg her hört man Fetzen von Dixieland-Musik. Sommerfest-Saison.

 

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Di  22 VIII 2017   Baarburg  10:15

Das Wasser in den Teichen ist wieder einmal klar & nicht wie oft in letzter Zeit von badenden Hunden getrübt. Ich kann elf kleine Molche ausmachen, zwei bis vier Zentimeter gross.

Die Vierecksstruktur ist beschädigt. An drei Stellen von oben zusammengetreten.

Ganz vereinzelt werden die ersten Blätter gelb & braun. Das meiste Gelbbraun ist aber von Ästen & Zweigen, welche von Gewitterstürmen abgeknickt worden sind.

Auf dem Waldboden hat es zum Teil Erosionsmuster , verursacht von heftigen Regenfällen.

In den letzten Wochen häufen sich starke Gewitter mit heftigen Sturmwinden.

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Ich sehe an verschiedenen Orten die ersten Totentrompeten des Jahres.

Am Bergsockel hat ein Sturm neben der Waldstrasse eine etwa zehn Meter hohe schmale Fichte umgerissen.

 

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So  27 VIII 2017   Baarburg mit Irena   11:15

Der Himmel ist grau verschleiert, aber es ist sommerlich schwül.

Irena findet recht viele Totentrompeten, für ein Nachtessen & zum Trocknen.

Beim Unterstand brennt ein Lagerfeuer. Drei Generationen einer Familie machen Vorbereitungen für ein Mittagessen.

35   2310

Zwei kurze Regenschauer lösen Wolken von intensiven Spätsommergerüchen aus, die sich manchmal mit dem Rauch des Holzfeuers vermischen, der vom Wind über das Plateau hinweg verteilt wird.

 

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Di  5 IX 2017   Baarburg  10:30

Im kleinen Teich sonnt sich eine kleine Kröte gut getarnt auf einem fast gleichfarbigen Ast.

Beim Waldeingang stutze ich plötzlich, kehre mich um - da liegt etwas wie ein schwarzer Gummibändel auf der Waldstrasse, der sich bei näherem Betrachten als Schlange erweist, auf die ich beinahe getreten bin. Gut meterlang. Der Kopf eigenartig weisslich, vielleicht ist er eingedrückt und die Schlange ist tot. Aber wie ich mich bücke, kriecht sie ruhig zum Strassenrand & verschwindet in der Böschung. Wahrscheinlich eine Ringelnatter. Ich kann sie auf der Flucht noch knapp fotografieren. Auf der Baarburg habe ich noch nie eine Schlange gesehen & auch keine erwartet. Und wenn schon, dann eher dem sonnigen Steilhang auf der Südseite.

Schon beim Aufstieg höre ich Motorsägen heulen. Auf dem Plateau werden bereits wieder Bäume gefällt. Eine hohe schmale Fichte neigt sich ein wenig & bleibt dann hängen in der Krone eines Nachbarbaums, fällt dann zwanzig Minuten später krachend doch.

Ein Jäger in Grün, der seine Jacke ans geschulterte Gewehr gehängt hat, geht gemessenen Schritts die Waldstrasse hoch, dem lärmigen Holzschlaggebiet entgegen.

36   2311

Ich treffe wieder einmal Martin Romer. Er erzählt, dass er zufällig an einem Sonntagnachmittag den „Waldmenschen“ mit Sack & Pack gesehen habe. Vermutlich auf dem Heimweg. Wahrscheinlich also ein Wochenend-Einsiedler.
Unterhalb der der Autostrasse am Bergsockel habe es ein eigentliches Grab mitten im Wald. Eine Urne & ein Schild mit einem Bild des Verstorbenen.

 

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Di  12 IX 2017  Baarburg  10:00

Ein kühler Herbsttag. Der Wald ist nass vom nächtlichen Regen & schon beginnt es auch wieder zu regnen, lässt nach, tropft von den Bäumen, setzt wieder ein.

Vom nordwestlichen Sockel herauf hört man Motorsägen.

In der Geocache-Schachtel habe ich nun einige Wochen nicht mehr nachgeschaut. Im August hat es drei neue Einträge, die letzte mit einer stilisierten  Zeichnung der Baarburg samt untergehender Sonne.
Dazu als neues Tauschobjekt eine Spielkarte mit dem Bild des Fussballers Kyriakos Papadopulos im Dress von Bayer Leverkusen.


Los:Angeles / 13.08.2017 / 14.15 Uhr

Pishu. 20.08.2017

20.8.2017  RIBARY

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Auf dem Fensterbrett im Unterstand liegt, in eine Zeitung eingewickelt, eine Packung „FLAMINO Anzündwürfel Holz“.

Martin Romer, der sich fast täglich auf der Baarburg aufhält, kommt hinzu. Er erzählt, dass sich nun an Wochenenden eine ganze Gruppe von Leuten bei der versteckt liegenden Höhle am Fuss der Felswand aufhalte & dort in einer Felsnischen oder unten auf dem Parkplatz in einem Wohnmobil übernachte.
Auf dem Plateau seien wieder etwa 25 Bäume gefällt & eine neue Kahlschlagfläche geöffnet worden.

 

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So  17 IX 2017  Baarburg   mit Irena  11:00

In der Nacht hat es geregnet, der Wald ist noch nass & riecht intensiv nach Erde. Blauer Himmel, intensive Herbstfarben. Einzelne Bäume & Äste färben sich gelb & braun. Aber die meisten Waldbereiche sind noch immer durchgehend grün.

Wir sehen (und riechen) Stinkmorcheln. Irena sammelt (wenige) Semmelstoppelpilze, Boviste & Totentrompeten.

38   2313

 

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Di  26 IX 2017   Baarburg  mit Irena  11:15

Ein sonniger, warmer Herbsttag. Die Blätter sind zunehmend gelbbraun.

Von der anderen Plateauseite her Motorengeräusch. Mit einem Pendelmäher wird in der neu geschaffenen Waldlichtung das Brombeergestrüpp gerodet.

Irena sammelt viele Semmelstoppelpilze & einige Totentrompeten.

Wie wir beim Unterstand sind, hat sich der Himmel zum Teil hell bewölkt & es beginnt plötzlich überraschend zu regnen. Zum Glück nur kurz. Wir haben nämlich keinen Regenschutz dabei.

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Eine Zecke krabbelt über mein Hosenbein. Ich kann sie abstreifen, bevor sie gefährlich wird.

Jemand hat einen langen dünnen entblätterten Ast vor die offene Seite des Unterstands geklemmt. Er zeichnet die filigrane Struktur eines jungen Bäumchens vor den dunklen Innenraum.

 

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Mo  9 X 2017   Baarburg   11:15

Der Parkplatz beim Baarburgrank ist mit zehn Autos überfüllt & ich kann meines gerade noch knapp an den Strassenrand stellen. Vermutlich beginnt heute die Jagd.
Es ist kühl & der Waldboden ist feucht vom Regen der letzten Woche.

Von den Jägern sehe ich dann aber kaum etwas. Einmal höre ich Stimmen von der Waldstrasse her, von Ferne sehe ich einen Hund durch das Unterholz streifen & kurz die Signalfarben einer Jacke. Ich bin heute eher schreckhaft & bei jedem Knacken alarmiert. Ein vorschneller Jäger könnte mich mit einem Reh verwechseln, wenn ich durch das Unterholz streife.

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Auf dem Waldboden werden die graubraunen Blätter vom letzten Jahr nach & nach von frisch gefallenen goldbraunen überdeckt.

Ein Jogger trabt vorbei.

Ein junges Paar mit Rucksack, Feldstecher & einer Kamera mit einem gut halbmeterlangen Teleobjektiv kommt herbei & setzt sich auf einer der Aussichtsbänke beim Unterstand.

Zurück beim Parkplatz sind alle Autos ausser meinem verschwunden. Die Jagd fand wohl vor allem am früheren Vormittag statt.

 

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Mo  16 X2017   Baarburg   10:45

Ein warmer Herbsttag mit wolkenlosem blauem Himmel. Herrlich.

Die Sonne steht schon tief & das gelbe Licht bringt das gelbe & braune Laub an den Bäumen zum Leuchten.

Es hat einige neue Einträge im Geocache-Logbuch:

     23/9/17   Goldiners  TFTC

23.9.17   chottan

7.10.17  T Thuzy

15.10.17   icklisidi

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Wie ich vor dem Unterstand sitze, kommt eine Mutter mit zwei Kindern hinzu. Sie tragen Holz zusammen für ein Lagerfeuer. Ich verabschiede mich & gehe weiter.

Alle letztes Jahr neu gepflanzte jungen Eichen sind von Mehltau befallen.

Ich treffe Martin Romer & wir gehen ein Stück weit zusammen. Er erzählt, dass ein Pfadfinderlager auf der Baarburg stattgefunden hat. Mit Übernachtung. Aber sie hätten alles bis auf den letzten Fetzen Papier sauber aufgeräumt. Auch meine Strukturen, recht nah dem Lagerplatz, sind unbehelligt.

Martin Romer macht sich lobenswerterweise einen Sport daraus, den Abfall auf der Baarburg & darum herum zu sammeln & so den Wald zu säubern. Als Skurrilität berichtet er von alten Mayonnaise-Tuben, die über lange Jahre hinweg rund herum am Sockel liegengelassen wurden, was auf einen seltsamen Dauergast schliessen lässt.

 

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So  22 X 2017   Baarburg   11:45

Es ist grau & kalt. Wie ich aus dem Auto steige, drückt die Sonne durch & es beginnt zu hageln. Es bleibt ein Hin & Her zwischen Regen & Sonne. Manchmal weht ein stürmischer Wind, der  die Blätter von den Bäumen reisst. Trotz Pullover & Windjacke friere ich.

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In einigen Waldpartien sind die meisten Blätter noch grün, in anderen sind bereits alle Blätter gefallen & die Baumkronen ragen winterlich kahl in den grauen Himmel. Vor allem Ahorn & Eschen haben ihre Blätter so früh verloren. Fast überall liegt schon ein dicker Blätterteppich auf dem Waldboden.

Weil beim Holzschlag vor einigen Wochen vereinzelte Bäume stehen gelassen worden sind- einige hohe Fichten & wenige schlanke Laubbäume - wirkt der Wald dort nun wie der Teil eines schönen lichten Parks. Vor allem auch deshalb, weil die wuchernden Brombeerranken gemäht & weggeräumt worden sind.
Jemand hat aus einer getrockneten Efeuranke einen Kreis geflochten & an einen nieder gestutzten Strauchstumpf am Strassenbord gehängt. Solche spontanen Interventionen & Kunststückli gefallen mir immer besonders gut.

Am Rand der Waldstrasse beginnt zu meiner Überraschung ein Strauch in weissen Dolden zu blühen. Vermutlich ein Geissblatt.

Martin Romer hat diese Woche am Hang der Baarburg einen Hirsch gesehen. Ich habe bis jetzt hier nur ganz vereinzelt Spuren von Hirschen gesehen.
Zufällig ist er dem Prospektor Romano Agola begegnet, eine Schweizer Kapazität für archäologische Metallfunde, & hat ihn bei seiner Suche begleitet. Auf dem Baumschlagareal fanden sie eine keltische Münze & zwei Ochseneisen. Beim Steilabstieg zum Erdmannlichloch einen Pfeifendeckel & ein Geissenglöggli.

Zufällig habe ich in der Regionalzeitung folgende kurze Meldung gefunden, die zeigt, dass die Baarburg auch ihre unerwartet gefährlichen Seiten hat:

Abgestürzte Frau gerettet
Baar. Im Raum Baarburg ist eine Frau im unwegsamen Gelände einen Hang hinuntergestürzt, wie die Zuger Polizei gestern mitgeteilt hat. Der Vorfall ereignete sich am Mittwochabend, 18. Oktober. Kurz nach 17 Uhr fing bei der Einsatzleitzentrale der Zuger Polizei die Meldung ein. Sofort rückten die Einsatzkräfte in das unwegsame Gebiet aus und konnten wenig später die Begleiterin der 35-jährigen Frau ausfindig machen und durch Zurufen mit der verunfallten Frau Kontakt aufnehmen. Sie wurde von der Rega mit der Seilwinde geborgen. Mit leichten Verletzungen wurde sie ins Spital eingeliefert. Im Einsatz standen Angehörige der Feuerwehr Baar und der Stützpunktfeuerwehr (FFZ) sowie  Mitarbeitende des Rettungsdienstes Zug, der Rega und der Zuger Polizei. (red)
(Luzerner Zeitung, 20. Oktober 2017)

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Mo  30 X 2017   Baarburg  10:45

Blauer Himmel, dann wieder bewölkt. Einmal regnet es kurz, dann scheint wieder die Sonne. Es ist kalt & fühlt sich kälter an mit den gelegentlichen Windstössen, welche Wolken von gelben & braunen Blättern von den Bäumen reissen.

Auf dem Fensterbrett im Unterstand liegt neu eine (wohl leere) Packung Chocato Drink UHT 250 ml samt eingestecktem Trinkhalm.

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Auf dem Boden des Jungwalds ein schönes grosses Grasrondell.

Jemand hat auf dem kahl gemähten Waldstrassenbord einen kleinen Steinkreis gebildet.

 

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Di  7 XI 2017   Baarburg   9:45

Gestern hat es den ganzen Tag geregnet & beinahe bis zum Baarburgplateau herunter geschneit. Der Hang des Zugerbergs gegenüber dem Unterstand ist oben weiss. Es ist nass & kalt. Manchmal schwappt eine tiefe Wolke über den Plateaurand in den Wald hinein. Hin & wieder nieselt es oder ein Windstoss löst einen Tropfenschauer aus den Baumkronen. Es riecht herrlich nach Waldboden & nassen Blättern.

Die Buchenblätter im Waldesinneren sind nun blassgrün oder gelb. Die hellen Farben zwischen den nassdunklen Baumstämmen & dem Schwarzgrün der Fichten bringen ein heiteres Leuchten in den trüben Tag.

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Di  14 XI 2017   Baarburg   10:15

Es ist wechselnd bewölkt. Mehr & mehr setzt sich die Sonne durch. Auf dem Plateau noch Schneereste von gestern. Auf dem Teich nach der Frostnacht eine dünne Eisschicht.
Der Wald ist intensiv farbig im Novemberlicht.

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Im Unterstand steht eine halb abgebrannte weisse Kerze in einem Plastikbecher auf dem Boden. Auf dem Fensterbrett liegt eine in Plastik eingeschweisste grüne Banderole. Von rotgelben Verzierungen aufgelockert in blauer Schrift um das fett geschriebene OSTEN ein Cluster von Worten:

Licht der Welt - Sonnenaufgang - Erwachen - Erneuerung - Licht der Welt - Frühling - Erwachen -Aufrichtung - Unschuld - Kindheit - Kreativität - Schutz Spontanität

 

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So  19 XI 2017  Baarburg  11:30

Am frühen Morgen hat es begonnen zu schneien & etwa vor einer Stunde aufgehört. Es wird etwas wärmer & der nasse Schnee tropft laut von den Bäumen. Kleine Windstösse lösen heftige Regenschauer aus.
Die Tropfen stanzen ein Lochmuster in den nassen Schnee auf dem Waldboden.

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Trotz dem frühen Schnee prangt der Wald noch mit seinen Novemberfarben - gelb & goldbraun.

 

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So  26 XI 2017   Baarburg  mit Irena 11:30

Auf dem Waldboden liegt eine weisse kugelige Graupelschicht, die heute früh gefallen ist. Graue Wolken, manchmal drückt kurz die Sonne durch. Plötzlich ein kurzes Schneegestöber. Es ist nur wenig über Null Grad.

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Di  5 XII 2017  Baarburg  10:30

Nasse Reste des Schnees von der Nacht auf Montag. Es ist etwas über Null Grad. Tauwetter.

Martin Romer kommt mir entgegen. Wir steigen gemeinsam den steilen & heute etwas rutschigen Pfad hinauf. Wir wundern uns beide, wo die Frau vor einigen Wochen abgestürzt ist & durch die Rega gerettet werden musste.
Er erzählt, eine Bekannte von ihm sei auf der Baarburg an einem Waldfest gewesen. Ein stark Betrunkener sei unbemerkt den Hang hinunter gerutscht & erst am nächsten Morgen vermisst & gefunden worden. Mit Knochenbrüchen & voll von Zecken.

Martin Romer bietet übrigens neustens Führungen auf der Baarburg an.
http://www.brainbooster.ch/neu-waldtouren-auf-die-baarburg/
Er kennt die Baarburg unterdessen weit besser als ich, der ich regelmässig die selben Pfade gehe. Er wohnt direkt am Fuss der Baarburg & hat als freier Unternehmer viel freie Zeit, die er am liebsten auf der Baarburg & um sie herum verbringt & dabei jeden Winkel aufsucht & viele Fotos macht, die er auf Facebook veröffentlicht. Manchmal Tag für Tag stundenlang.

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Der Unterstand ist sauber aufgeräumt. Kerzenreste, Aluschalen, das Paket Anzündhilfen & die Fackel sind weg.

Am Rand der Waldstrasse in Sichtweite des vor einigen Monaten in historisierendem Stil aufgemauerten Sodbrunnens weist neu eine Informationstafel darauf hin.

 

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Di  12 XII 2017   Baarburg   10:30

Der starke Regen der letzten Nacht hat den Schnee vom Wochenende weitgehend weggewaschen. Wie ich zum Wald komme, beginnt es zu schneien. Hört wieder auf. Setzt wieder ein, diesmal, stärker & anhaltend. Der Schnee zeichnet Muster auf den Waldboden, hebt Strukturen hervor oder verändert sie, Holzstapel, Blätterteppich, Baumsockel.

Eine einzelne schmale, hohe Buche hat als einziger Laubbaum noch ihre Blätter, leuchtend kupferbraun.


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Ich begegne Martin Romer & wir gehen zusammen zum Kahlschlaggebiet vom letzten Herbst. Das von mir im Protokoll vom 22. Oktober als parkähnlich bewunderte & gelobte Waldstück am Rand ist unterdessen ebenfalls vollständig gerodet worden, wie wir mit einem Vergleich mit dem damaligen Bild feststellen können.

 

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